Montag, 21.01.2013

Zwischen Gänsehaut und Begeisterung

Ray Wilson gastierte mit dem „Genesis Classic Quartett“ am Freitag im Meißner Theater.

Von Sylvia Redlich

Ray Wilson tritt mit seinem Bruder Steve (li.) auf.Foto: PR
Ray Wilson tritt mit seinem Bruder Steve (li.) auf.Foto: PR

Meißen. Genesis in Meißen. Das zog am Freitagabend die Fans von Peter Gabriel und Phil Collins ins nahezu ausverkaufte Theater Meißen. Doch nicht die beiden bekannten einstigen Frontmänner der Kult-Rockband rissen das mitklatschende, mitsingende und mittanzende Publikum von den Sitzen. Ray Wilson und sein Genesis Classic Quartett schafften das mit den unvergänglichen Hits der 70er- bis 90er-Jahre, denen sie mit klassischen Streicher-Arrangements und der vollen tiefen Stimme des schottischen Rocksängers neues Leben einhauchten.

Hausherrin Renate Fiedler, bekennender Genesis-Fan, bewies mit diesem begeisternden Musikabend erneut ein glückliches Händchen. So machte das Theater Meißen in der Musikszene rund um die Landeshauptstadt ein weiteres Mal auf sich aufmerksam.

Zum 20-jährigen Bühnenjubiläum ist Ray Wilson, Nachfolger von Phil Collins als Sänger bei Genesis, mit seiner Band und dem Berlin Symphony Ensemble auf mehr als 60 Konzerten landauf, landab zu erleben. Meißen war die zweite Station der Tour. Mit seinem Projekt „Genesis Classic“ erfüllt sich der Vollblutmusiker einen ganz persönlichen Traum. Bewusst entschied sich der 44-Jährige für kleinere Spielstätten, um den Konzerten eine persönlichere Note zu verleihen. Gänsehaut beim Publikum in Meißen riefen die Songs „Biko“–- gewidmet dem zu Tode gefolterten südafrikanischen Bürgerrechtler Steve Biko –, „No Son of Mine“ und „Another Day in Paradise“ hervor. Bei Hits wie „Land of Confusion“ oder „Invisible Touch“ hielt es die meisten nicht mehr auf den Theaterstühlen. Grandios auch Pianist Filip Walcerz.

Die Damen im Quartett, Alicja Chrzaszcz und Basia Szelagiewicz, boten mit ihren Violinen nicht nur was fürs Ohr, sondern in schwarzen Rüschenminis und High Heels auch was fürs Auge. Atemberaubend ihr Vivaldi Intermezzo. Ein weiteres Solo hätte ich auch der wunderbaren Zweitstimme, dem Gitarristen und Bruder von Ray, Steve Wilson, gewünscht. Am 10. März kommen Ray Wilson und Co. in die Dresdner Lukaskirche.

www.genesisclassic.com