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Montag, 22.09.2008

Zwickauer protestierten die Nazis in die Flucht

ZWICKAU - Das hatten sich die Braunen anders vorgestellt. Mit 300 bis 400 angemeldeten Teilnehmern wollte die rechtsextreme NPD am Sonnabend durch die Zwickauer Innenstadt marschieren. Doch stattdessen tauchten nur 20 Neonazis auf - und 250 Gegendemonstranten.

„Lassen Sie uns unter Beweis stellen, dass Zwickau eine Stadt ist, die offen für alle Menschen ist, unabhängig von ihrer Herkunft“, schrieb Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (52, SPD) wenige Tage zuvor in einem Aufruf des „Bündnisses für Demokratie und Toleranz“.

Er zeigte Wirkung - wohl auch, weil die Demo ausgerechnet vor der Gedenktafel an der Georgenschule, dem einstigen Sammelplatz für Juden-Deportationen, stattfinden sollte. „Eine unglaubliche Geschmacklosigkeit, dass die Nazis ausgerechnet diesen Ort ausgewählt haben“, sagt IG-Metall-Chef Stefan Kademann (51).

Auf der Gegendemonstration trug er ein Plakat mit drastischen Darstellungen aus dem Zweiten Weltkrieg: „Diese Bilder machen klar, dass Nazis nicht die netten Jungs von nebenan sind.“ Die Klatsche hatte gesessen: Vom Anblick der 250 Protestler und 400 Polizisten offenbar überrascht, hielten die Nazis eine Spontandemo auf dem Bahnhofsvorplatz ab und zogen wieder von dannen. Bis zum Mahnmal kamen sie nicht. (adi)