Mittwoch, 16.01.2013
Zwei Tote bei Angriff auf algerisches Gasfeld
Militante Islamisten haben nach Angaben aus Sicherheitskreisen nach der Attacke mehrere Ausländer entführt.
Unterschiedlichen Medienberichten zufolge sollen zwischen acht und etwa 40 Geiseln auf dem Gasfeld im Osten Algeriens in den Händen von militanten Islamisten sein.
©dpa
Algier/Oslo.
Bei einem Überfall militanter Islamisten auf ein Erdgasfeld im Osten Algeriens sind nach Medienberichten zwei Menschen getötet und mehrere weitere verschleppt worden. Die Extremisten hätten den Komplex Ain Amenas am Mittwoch angegriffen und einen Ausländer getötet, teilte das algerische Innenministerium mit. Die staatliche Nachrichtenagentur APS berichtete von einem zweiten Todesopfer, bei dem es sich um einen Briten handeln soll. Sechs weitere Menschen seien verletzt worden.
Schwer bewaffnete Angreifer hätten in drei Fahrzeugen am frühen Morgen das Gasfeld Ain Amenas, das von den Energiekonzernen BP und Statoil betrieben wird, überfallen und schnell erobert, teilte das Innenministerium mit. Zur Zahl der Geiseln lagen zunächst unterschiedliche Angaben vor. Zunächst hatte eine algerische Gewährsperson die Zahl der Geiseln auf acht beziffert, inzwischen kursieren Gerüchte, dass sich mehr als 40 Personen in den Händen von Terroristen befänden.
Ein Sprecher der Extremistengruppe Katibat Moulathamine bekannte sich in einem Anruf bei der mauretanischen Nachrichtenagentur Nouakchott Information Agency zu der Entführung. Er sprach von fünf Geiseln - drei Norweger, ein Brite und ein Amerikaner. Der Angriff solle den Staaten schaden, die die Offensive gegen die islamistischen Rebellen in Mali unterstützen, sagte der Sprecher weiter. Nähere Einzelheiten nannte er zunächst nicht. Das Gasfeld ist über 1.000 Kilometer von der Grenze zu Mali entfernt.
Die Streitkräfte hätten die Entführer und ihre Geiseln verfolgt und eingekreist, hieß es aus algerischen Sicherheitskreisen. Die Soldaten stünden nun in Verhandlungen mit den Islamisten. BP bestätigte am Mittwoch einen „sicherheitsrelevanten Vorfall“ am Gasfeld Ain Amenas im Osten Algeriens nahe der Grenze zu Libyen. Auch der norwegische Konzern Statoil bezog in einer Pressekonferenz in Stavanger Stellung und meldete, dass von 17 auf dem Gasfeld beschäftigten Norwegern zwei bei dem Angriff verletzt worden sind.
Die Behörden in Dublin teilten mit, einer den Entführten sei Ire. Das britische Außenministerium bestätigte einen „terroristischen Vorfall“ nahe Ain Amenas. Das Gasfeld wird von BP, dem norwegischen Energiekonzern Statoil und dem algerischen Staatsunternehmen Sonatrach gemeinsam betrieben. Die japanische Firma JGC Group ist als Dienstleister vor Ort. Der japanische Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga sagte, unter den Entführten seien auch japanische Mitarbeiter von JGC. (dapd/dpa)