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Freitag, 29.09.2017

Zwei Epochen erwachen

Mit „Luther in Worms“ von Ludwig Meinardus kehrt eines der bedeutendsten Oratorien des 19. Jahrhunderts nach Dresden zurück.

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In der Dresdner Kreuzkirche erklingt mit „Luther in Worms“ eines der erfolgreichsten Stücke des 19. Jahrhunderts.Fotos (PR): Kreuzkirche: M. Barnebeck/pixelio.de; Dirgent Klemm: Anna. S.; Chor: M. Franke
In der Dresdner Kreuzkirche erklingt mit „Luther in Worms“ eines der erfolgreichsten Stücke des 19. Jahrhunderts.Fotos (PR): Kreuzkirche: M. Barnebeck/pixelio.de; Dirgent Klemm: Anna. S.; Chor: M. Franke
  • In der Dresdner Kreuzkirche erklingt mit „Luther in Worms“ eines der erfolgreichsten Stücke des 19. Jahrhunderts.Fotos (PR): Kreuzkirche: M. Barnebeck/pixelio.de; Dirgent Klemm: Anna. S.; Chor: M. Franke
    In der Dresdner Kreuzkirche erklingt mit „Luther in Worms“ eines der erfolgreichsten Stücke des 19. Jahrhunderts.Fotos (PR): Kreuzkirche: M. Barnebeck/pixelio.de; Dirgent Klemm: Anna. S.; Chor: M. Franke
  • In der Dresdner Kreuzkirche erklingt mit „Luther in Worms“ eines der erfolgreichsten Stücke des 19. Jahrhunderts.Fotos (PR): Kreuzkirche: M. Barnebeck/pixelio.de; Dirgent Klemm: Anna. S.; Chor: M. Franke
    In der Dresdner Kreuzkirche erklingt mit „Luther in Worms“ eines der erfolgreichsten Stücke des 19. Jahrhunderts.Fotos (PR): Kreuzkirche: M. Barnebeck/pixelio.de; Dirgent Klemm: Anna. S.; Chor: M. Franke
  • In der Dresdner Kreuzkirche erklingt mit „Luther in Worms“ eines der erfolgreichsten Stücke des 19. Jahrhunderts.Fotos (PR): Kreuzkirche: M. Barnebeck/pixelio.de; Dirgent Klemm: Anna. S.; Chor: M. Franke
    In der Dresdner Kreuzkirche erklingt mit „Luther in Worms“ eines der erfolgreichsten Stücke des 19. Jahrhunderts.Fotos (PR): Kreuzkirche: M. Barnebeck/pixelio.de; Dirgent Klemm: Anna. S.; Chor: M. Franke

„Ich habe mich schon öfters gewundert, daß Ihr protestantischen Komponisten einen so prachtvollen Vorwurf wie Martin Luther für ein großartiges
lebensfähiges Tonwerk so lange ungenutzt liegen ließet.“ Diese Feststellung soll der 62-jährige Franz Liszt 1873 nach einem ersten Durchspielen der Partitur des Oratoriums „Luther in Worms“ gegenüber Ludwig Meinardus geäußert haben. Tatsächlich hatte sich bis dato noch niemand an die Vertonung von Stationen aus dem Leben des Wittenberger Reformators herangewagt.

Popstar des 19. Jahrhunderts

Ludwig Meinardus war im 19. Jahrhundert sehr bekannt, geriet nach seinem Tod aber lange in Vergessenheit. In seiner Heimat Ostfriesland wurden aber wieder Straßen nach ihm benannt, und es wurden zur Erinnerung an ihn „Meinardus-Konzerte“ veranstaltet. Meinardus schrieb großartige Chorsätze, vielstimmige und groß angelegte Choralbearbeitungen, Ensembles und Chöre von beeindruckender Erfindungskraft. Zudem war er auch als Musikschriftsteller tätig, als Höhepunkt gilt die populäre Mozart-Biografie von 1883.

Mit seinem Oratorium „Luther in Worms“ kommt nun ein Werk zurück nach Dresden, das einen interessanten Blick in die Zeit der Spätromantik und auf das Lutherbild des 19. Jahrhunderts wirft. Anknüpfend an die großen Oratorien Mendelssohns und beflügelt vom Zuspruch bedeutender Komponisten wie Franz Liszt schuf Meinardus sein Werk während seiner Tätigkeit in Dresden (1865-1874). Es handelt sich aber nicht nur um ein originäres Dresdner Werk: Es war auch eines der erfolgreichsten Stücke im 19. Jahrhundert und erlebte damals über 400 Aufführungen. Uraufgeführt wurde das Stück in der Weimarer Herderkirche. Trotzdem geriet es danach in Vergessenheit.

Im Mittelpunkt des Luther-Oratoriums steht die Geschichte um Luthers Auftreten vor dem Reichstag in Worms im April 1521. Als „Bußgang“ gedacht, entwickelte sich bereits die Reise nach Worms eher zum Triumphzug. Luther predigte unterwegs und verteidigte vor dem Kaiser souverän seine Haltung. Er sah keinen Grund, seine Thesen zu widerrufen. Das berühmte Wort vom „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ ist als Essenz seiner Aussage allerdings eher später hinzugedichtet worden.

Nun erklingt das Werk am Ort seines Entstehens, maßgeblich unterstützt von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Ostsächsischen Sparkasse Dresden. Durch diese Förderung wurde eine groß besetzte Aufführung möglich, die neben der Singakademie Dresden und dem Philharmonischen Orchester Cottbus auch die Singakademie Cottbus und den Bachchor Eisenach zusammenführt. Mehr als 200 Sängerinnen und Sänger, sieben Solistinnen und Solisten sowie das groß besetzte Orchester erwecken das romantische Werk zum Leben. Am Konzerttag findet ab 15 Uhr auch eine ausführliche Einführung zu Meinardus’ Werk durch Prof. Dr. Matthias Herrmann im Mauersberger-Saal im Haus an der Kreuzkirche statt. (tv)

Service

Was: Oratorium „Luther in Worms“ von Ludwig Meinardus

Wann:29.10., 17 Uhr

Wo: Kreuzkirche Dresden;Einführungsveranstaltung 15 Uhr im Mauersberger-Saal des Hauses an der Kreuzkirche

Tickets: Kategorie I.: 20, ermäßigt 17 Euro; Kategorie II.: 17, ermäßigt 14 Euro

Hotline: 0351 31 61 715

Internet: www.singakademie-dresden.de

Verlosung

Wir vergeben zweimal zwei Freikarten – über verlosung@augusto-magazin.de, mit Angabe von Name & Stichwort. Die Gewinner werden am Freitag ab 12 Uhr per E-Mail benachrichtigt.