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Montag, 07.06.2010

Zuschauer feiern Marathonläufer

An dem Zweiländerlauf beteiligten sich indiesem Jahr viel mehr polnische Läufer als 2009.

Von Jan Lange

Michal Domowicz ist die Anspannung kurz vor dem Beginn des Rennens kaum anzusehen. Locker steht der junge Pole im Startbereich, nimmt schnell noch einen Schluck aus der Wasserflasche. Mehrere Hundert Besucher haben sich zu diesem Zeitpunkt an der Elisabethstraße eingefunden, um den Startschuss für den Zehn-Kilometer-Lauf mitzuerleben. Wenige Sekunden später ist dieser Geschichte – mit Trommelwirbel werden die Läufer auf die Strecke geschickt. Michal Domowicz startet gut, ordnet sich gleich im vorderen Läuferfeld ein.

Erst am Sonnabend hatte er sich entschieden beim 7. Europamarathon mitzulaufen. So wie eine ganze Reihe anderer Läufer. „Gegenüber dem Vorjahr gab es diesmal sehr viele Nachmeldungen“, sagt Peter Nedwidek, der für die Zeitmessung zuständig ist. Zu den Kurzentschlossenen gehörten zahlreiche Läufer aus dem Nachbarland – so wie Michal Domowicz. „Es laufen diesmal mehr polnische Läufer mit“, erklärt Peter Nedwidek.

Insgesamt ist die Zahl der Läufer allerdings zurückgegangen – 2009 waren es noch über 1400 Läufer, dieses Mal etwa 1300. Wiesiaw Pijanowski ist einer von ihnen. Vier Mal lief er in Görlitz bereits den Marathon mit, gestern wählte der Piensker den Tretroller als Fortbewegungsmittel. „Es muss immer mal was Neues sein“, sagt Wiesiaw Pijanowski. Die Konkurrenz bei den Tretrollern und Handbikern war überschaubar.

Viele laufen Halbmarathon

Die meisten Teilnehmer entschieden sich wie in den Vorjahren für den Halbmarathon und den Zehn-Kilometer-Lauf. Bei den Nachmeldern zeichnete sich ein ähnliches Bild ab. „Einige entschieden sich auch kurzfristig für eine kürzere Strecke, wechselten zum Beispiel vom Marathon zum Halbmarathon“, erklärt Nedwidek. Den Grund sieht er in der schlechten Wetterlage der vergangenen Wochen. Sie verhinderte ein intensives Training. Uwe Zeh bestätigt dies. Auch der Görlitzer kam kaum zum Trainieren. Die Folge war eine deutlich schlechtere Zeit als erwartet. Mit gut zwei Stunden hatte Uwe Zehn gerechnet, am Ende wurden es knapp zweieinhalb Stunden. „Das war mein schlechtester Lauf aller Zeiten“, sagt er.

Franziska Kranich aus Görlitz zeigte sich dagegen mehr als zufrieden mit ihrer Zeit – als Zweite erreichte die Marathonläuferin das Ziel. Und wurde von den zahlreichen Zaungästen begeistert empfangen. Entlang der Strecke hatten sich ebenfalls jede Menge Zuschauer positioniert – auch zur Freude der Läufer, für die der Applaus eine schöne Motivation war. Die war angesichts des strahlenden Wetters auch notwendig. Denn die Sonne setzte den Läufer schon zu. Und so war Uwe Zehn nicht der Einzige, der unter seinen Erwartungen blieb. Selbst die Spitzenläufer brauchten in diesem Jahr deutlich länger für ihre Strecken. Marathonsieger Jacek Lenart absolvierte die rund 42 Kilometer in 2 Stunden 56 Minuten – 2009 war er fast neun Minuten schneller gewesen.

2011 wieder am Start

Knapp unter drei Stunden war Wiesiaw Pijanowski mit seinem Tretroller unterwegs. Zufrieden war er dennoch. „Es hat Spaß gemacht“, sagt er über sein Rennen. Im kommenden Jahr will er erneut beim Europamarathon mitmachen. Dann vielleicht mit einem anderen Fortbewegungsmittel.

Wieder zu Fuß auf die Strecke will sich 2011 Michael Wolf aus Mittelherwigsdorf begeben – allerdings auf eine längere als in diesem Jahr. Lief er am Sonntag die zehn Kilometer, so soll es nächstes Jahr der Halbmarathon sein.