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Samstag, 20.05.2017

Zurück ins Mittelalter

Beim Spectaculum Citaviae muss Christian Weise mit ran. Die Frage nach der Weisheit der Zittauer bleibt wohl offen.

Von Mario Heinke

Die Tänzerin Dragona aus Görlitz beeindruckte die Besucher im vergangenen Jahr.
Die Tänzerin Dragona aus Görlitz beeindruckte die Besucher im vergangenen Jahr.

© Matthias Weber

Zittau. Versinkt am kommenden Mittwoch das Zittauer Stadtzentrum zum 19. Mal ins finstere Mittelalter, beherrschen Landesherren und Landsknechte, Patrizier, Ritter, Adlige, Krämer, Priester, Mönche, Vasallen, Spielleute und Handwerker das Stadtbild.

Christian Weise ist diesmal Teil des Spectaculum Citaviae. Der Zittauer Gelehrte, Rektor und Schriftsteller, der vor 375 Jahren in Zittau das Licht der Welt erblickte, muss in diesem Jahr wegen des Jubiläums für das Motto: „Weises Zittau” herhalten. Sind wir Zittauer nun weise oder sind wir Weise? Diese eher philosophische Frage werfen die Organisatoren auf und versuchen sie gleich selbst zu beantworten: Beides vielleicht?! Mit Philosophie haben sich die Zittauer und ihre Gäste während des weitgehend historischen Treibens noch nie aufgehalten, Feiern und Schlemmen steht im Vordergrund. Zittaus größtes Event zieht Tausende Besucher in die Stadt und das Programm wächst von Jahr zu Jahr.

Neu am kommenden Mittwoch: Die Hillersche Villa wird das Areal hinter dem Marktfrauen-Brunnen auf dem Klosterplatz bespielen. Unter dem Motto: „Wir sind wieder da“ laden sie zu einem Spectaculum „der etwas anderen Art“ ein. Sie versprechen was fürs Auge und was fürs Ohr, was fürs Gefühl und was für den Verstand, was zur Muse und was zum Probieren, für Klein und Groß, Jung und Alt. An Marktständen bieten Projekt- und Kursleiter sowie Schauhandwerker jedem Mann, jeder Frau und jedem Kind viel Wissenswertes, Kreatives sowie allerlei Ungewöhnliches zum Ausprobieren und Staunen. Besucher können den Bogen überspannen, in fremdländische Töpfe schauen, kleine Puppen nähen, wertvolle Bernsteine polieren, eine große Malmaschine bedienen, bunte Wolle verfilzen, mit bloßen Händen spinnen, leckere Fladen backen oder frische Kräuter vermengen. Für das leibliche Wohl sorge die Wirtin des Café Jolesch höchstselbst und biete alkoholische und alkoholfreie Getränke feil, so die Ankündigung des soziokulturellen Zentrums.

Ein weiteres Novum ist der Auftritt der deutsch-tschechischen Feuershow mit Kindern und Jugendlichen der Schkola und des Centrums Svaté Zdislavy. Sie bereiteten sich in zweieinhalb Tagen gemeinsam mit dem Workshop „Am Anfang war das Feuer – zurück zum Ursprung für eine gemeinsame Zukunft“ auf den Abend vor, erlernten den Umgang mit dem Element, verschiedene Tricks sowie das Jonglieren und erarbeiteten eine Choreografie unter Leitung der professionellen Feuerkünstlerin Dhyana.

Neben den genannten Neuheiten wird auch viel Bekanntes geboten, das mehrseitige Programmheft ist auf den Internetseiten der Stadt Zittau abrufbar. Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm), Stadtschreier Caspar Sawade, Ellen Ullrich, Torsten Mengel und Wolfgang Hannemann eröffnen den Abend um 19 Uhr vom Balkon des Rathauses mit den Bläsern des Musikzuges Eichgraben. Nach dem Singen der Spectaculums-Hymne beginnt der Auszug aller Mitwirkenden unter der Regie von Nachtwächter Jochen Kaminsky. Den Abschluss des Abends bildet „Weises“ Finale mit Musik, Licht und Feuerwerk. Aus Sicherheitsgründen ist ab 22.30 Uhr kein Zugang über den Rathausplatz, die Johannisstraße und die Böhmische Straße zum Markt möglich, so die Stadtverwaltung. Historische Kleidung der Gäste trägt zum Flair bei und ist erwünscht.

Das Programm ist im Internet abrufbar auf folgender Seite: www.zittau.de