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Freitag, 15.09.2017

Zu wenig Geld für Töberich?

Das Angebot der Stadt findet nicht nur die Investorin niedrig. Kritik kommt auch seitens des Stadtrats.

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Regine Töberich will viel mehr Geld von der Stadt als diese ihr anbietet.
Regine Töberich will viel mehr Geld von der Stadt als diese ihr anbietet.

© Archivbild: Sven Ellger

Dresden. Gut 13 Millionen Euro liegen zwischen dem, was Marina-Garden-Investorin Regine Töberich will, und was die Stadt ihr am Mittwoch angeboten hat. Beide Seiten versuchen derzeit, sich gütlich zu einigen. Dass Dresden überhaupt einen Schritt auf die Architektin zugeht und ihr Geld anbietet, findet Gunter Thiele, der baupolitische Sprecher der CDU-Stadtratsfraktion, erstaunlich. „Bisher hatte die Verwaltung doch sehr hartleibig auf die Forderungen reagiert“, sagt er. Töberich hatte Dresden auf Schadenersatz verklagt, weil die Stadt ihr Wohnprojekt verhindert haben soll. Mit einem Vergleich könnte das Verfahren beendet werden. Und Dresden bekäme obendrein Töberichs Grundstück zwischen Elberadweg und Leipziger Straße, um dort das Elbviertel mit Wohnungen und Ateliers realisieren zu können. Thiele lässt Zweifel anklingen, dass die angebotenen 3,5 Millionen Euro angemessen sind. „Diese Frage muss man sich stellen“, sagt er. Denn Töberich habe lange geplant und dafür Geld ausgegeben, ohne jemals Gewinne zu sehen. „Und die Wohnungen hätten wir in der Zwischenzeit dringend gebraucht.“ Töberich selbst hatte am Mittwoch angedeutet, das städtische Angebot nicht anzunehmen.

Aus Thieles Sicht müsse auch geklärt werden, ob und wie die Stadtverwaltung falsch gehandelt hat. Das Oberlandesgericht hatte im Juni bereits festgestellt, dass das Rathaus zu lange gebraucht habe, um Töberichs Bauvoranfrage zu bearbeiten. Dies sei eine Amtspflichtverletzung. Allerdings leite sich daraus nicht automatisch ab, dass der Investorin Schadenersatz zusteht. Denn ein positiver Bauvorbescheid hätte nicht gleich zu einer Baugenehmigung geführt, so die Richter damals.

Töberich wirft der Stadt und insbesondere der rot-grün-roten Ratsmehrheit vor, ihr Projekt behindert zu haben, um Platz für soziale Projekte und Wohnungen zu machen. Die Verwaltung argumentiert hingegen, den Bebauungsplan überarbeiten zu müssen, da das letzte Hochwasser ein höheres Maß an Flutschutz erfordere. (SZ/sr)

Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. Maik

    Die gebotene Summe ist ein Witz und zeigt was man von dieser Verwaltung halten kann.

  2. E.Benheiter

    Falsch, # 1. Wer ausgewiesene Elbe-Flutflächen zubetonieren will (und das -nebenbei- mit häßlichsten Gropiusschen Klötzchen"häusern") & rein aus kindischem Trotz öffentliche Güter (Radwege) vorsätzlich beschädigt, darf kein Geld bekommen, sondern muß Strafe zahlen!

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