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Freitag, 06.04.2018

Zu viel Antibiotika

Antibiotika wird oft unnötigerweise eingenommen.
Antibiotika wird oft unnötigerweise eingenommen.

© dpa

Düsseldorf/Berlin. In Deutschland werden offenbar vermehrt Antibiotika zur Behandlung von Erkrankungen eingesetzt. Laut einer am Freitag veröffentlichten Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK hatten im vergangenen Jahr 37 Prozent der Befragten in ein bis drei Fällen Antibiotika vom Arzt verschrieben bekommen. Das bedeute gegenüber 2014 einen Anstieg von drei Prozentpunkten. Für die repräsentative Untersuchung hatte das Meinungsforschungsinstitut Forsa bundesweit mehr als 3 000 Menschen befragt.

Nach Einschätzung der DAK deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Antibiotika oft unnötigerweise eingenommen werden. So erwarteten 72 Prozent der Befragten eine Antibiotika-Verordnung ihres Arztes, auch wenn sie nur eine Erkältung haben und die Beschwerden nicht schnell besser werden. Allerdings ging diese Quote im Vergleich zu einer Umfrage von 2014 um vier Punkte zurück.

Der Leiter der DAK-Landesvertretung Nordrhein-Westfalen, Klaus Overdiek, betonte: „Bei Antibiotika muss ein weiteres Umdenken stattfinden. Ein Einsatz dieser wertvollen Wirkstoffe darf nur da stattfinden, wo er wirklich angezeigt ist.“ Ansonsten könnten sich Resistenzen gegen die Medikamente bei den Patienten bilden - mit der Folge, dass sie bei schweren Erkrankungen nicht mehr anschlagen.

Laut der Umfrage sind viele Deutsche zudem nicht ausreichend über die Wirkung der Medikamente informiert. 31 Prozent der Befragten dachten fälschlicherweise, Antibiotika würden bei Virusinfekten wirken, 19 Prozent erhofften sich Hilfe bei Pilzinfektionen. Dabei dienten Antibiotika nur der Behandlung bakterieller Infektionen, hieß es. Bei Erkältungen oder Bronchitis seien sie in den meisten Fällen unnötig.

Zudem gibt es offenbar vor allem bei jungen Leuten die Erwartung, dass sie bei Erkrankungen ein Antibiotikum bekommen. Demnach erwarteten 78 Prozent der 18- bis 29-Jährigen die Verschreibung von Antibiotika im Krankheitsfall, bei den Menschen, die 60 Jahre und älter sind, waren es nur 67 Prozent. (epd)

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