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Donnerstag, 07.12.2017

Zittaus Umweltprojekt ganz vorn dabei

Die Stadt hat sich bei einem Wettbewerb des Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie mit einer Idee durchgesetzt.

Von Mario Heinke

Die Feuerwehr reinigt 2013 die Zufahrt zum Autohandel ATU in der LöbauerStraße, die mit Schlamm von den umliegenden Feldern überspült worden war. Ein Masterplan soll Gegenmaßnahmen aufzeigen, damit sich solche Schäden nicht wiederholen.
Die Feuerwehr reinigt 2013 die Zufahrt zum Autohandel ATU in der LöbauerStraße, die mit Schlamm von den umliegenden Feldern überspült worden war. Ein Masterplan soll Gegenmaßnahmen aufzeigen, damit sich solche Schäden nicht wiederholen.

© SZ-Archiv/Thomas Eichler

Zittau. Zittau gehört zu den sechs ausgewählten Gemeinden Sachsens, die beim EU-Projekt „Life Local Adapt“ am Donnerstag in Dresden ihre Ideen präsentieren durften. Darüber informierte die Stadtverwaltung Zittau. Das Projekt hilft kleineren Gemeinden bis 100 000 Einwohnern dabei, sich auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten und sich den Gefahren durch Unwetterereignisse, Hochwasser und Hitzewellen zu stellen. Bis Ende August reichten zwölf Städte und Gemeinden ihre Ideen zum Wettbewerb „Klimaanpassung in sächsischen Kommunen“ im Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie ein.

Zittau hat mit der Projektskizze zu einem „Masterplan Anpassung an klimawandelbedingte Starkregenereignisse in Zittau“ am Wettbewerb teilgenommen. Das Papier entstand unter Federführung von Thomas Gottschalk von der Zittauer Stadtentwicklungsgesellschaft in Zusammenarbeit mit Ines Hirt und Andreas Paape von der Stadtverwaltung und Bernd Ladisch von den Stadtwerken. Die Projektskizze überzeugte die Jury und wurde zur Umsetzung ausgewählt. Die Stadt kann nun ein Ingenieurbüro oder wissenschaftliches Institut beauftragen, einen Masterplan zu erstellen, der vom Umweltlandesamt mit bis zu 50 000 Euro gefördert wird. Ziel des Plans ist es, den an verschiedenen Punkten der Stadt immer wiederkehrenden Schäden, beispielsweise durch Verschlammung bei starken Niederschlägen, durch geeignete Maßnahmen entgegenzuwirken. Die neuralgischen Schwerpunkte in der Stadt sind aus der Vergangenheit bekannt und im Masterplan benannt. Zu ihnen gehören zwei Stellen im Gewerbegebiet Pethau und das Gelände bei ATU an der Löbauer Straße, wo vom Hasenberg kommende Wasser- und Schlammmengen auf Straßen und die Regenwasserkanäle fließen. Weitere Punkte sind Stellen an der Humboldt- und Hochwaldstraße sowie im Wohngebiet „Nordpol“ in Hirschfelde, die bei Starkregen durch Schlamm, der von den landwirtschaftlichen Flächen kommt, überflutet werden. Neben der fachlichen Arbeit sollen bei der Erarbeitung der Studie Grundstückseigentümer und Pächter landwirtschaftlicher Flächen einbezogen werden, um praktisch umsetzbare Projekte zu skizzieren. Die immensen Kosten für die Schadensbeseitigung könnten künftig eingespart werden, wenn sich die umgesetzten Lösungen in der Praxis als wirksam erweisen. Mögliche vorbeugende Maßnahmen sind beispielsweise das Anlegen von Schutzbepflanzungen auf landwirtschaftlichen Flächen, eine erosionsarme Bodenbearbeitung, die schadlose Ableitung von Wasser und Schlamm, Eingriffe in die Gebäude- oder Infrastruktur sowie die Anpassung des bestehenden Kanalsystems. Die Ausschreibung des Masterplans soll im ersten Quartal 2018 durch das Umweltlandesamt erfolgen. Die Stadt Zittau ist inhaltlich bei der Erstellung der Aufgabenstellung und der Bewertung der Angebote beteiligt und liefert erforderliche Daten. Die Stadt rechnet mit einer Bearbeitungszeit von einem Jahr.