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Sonntag, 20.09.2009

Zeitreise in den Kalten Krieg - Bunker offen

Biesenthal - Auf Zeitreise in den Kalten Krieg haben sich am Samstag und Sonntag knapp 200 Besucher begeben und eine Bunker-Tour in Biesenthal (Barnim) unternommen. Letztmalig in diesem Jahr stand der unmittelbar vor der Wende für die DDR-Staatssicherheit angelegte Bunker für Interessierte offen. Danach wird die unterirdische Anlage vorerst wieder geschlossen, wie die Veranstalter berichteten. Ein Grund sind die ständigen Einbruchsversuche in die Anlage. Der Bunker hätte im Falle eines Atomschlags oder eines Angriffs mit biologischen und chemischen Waffen als Führungsstelle des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) gedient, mit Platz für 185 Leute.

Der sogenannte Mielke-Bunker 5005 soll der technisch vollkommenste Bunker der DDR gewesen sein. Der Bau wurde Ende 1988 fertiggestellt, aber nie offiziell übergeben, wie es hieß. Zweimal jährlich werden Führungen durch das unterirdische Bauwerk organisiert, das sich auf einem Firmengelände befindet.

Die Besucher kamen nach Angaben der Veranstalter aus Deutschland, der Schweiz, Südafrika, den Niederlanden, Schweden, Tschechien und Belgien. Auch einstige Angehörige eines MfS-Wachregiments waren dabei, darunter zwei Männer, die in dem Bunker gedient hatten. Das Interesse an Geschichte zum Anfassen sei groß und ziehe sich durch alle Altersgruppen, sagt einer der ehrenamtlichen Organisatoren. „Viele nutzten die Gelegenheit zum Gespräch, um sich mit der DDR-Vergangenheit fundiert vertraut zu machen.“ Zu den Besuchern zählten auch Mitarbeiter der Dokumentationsstätte Regierungsbunker im Ahrtal nahe Bonn.

An diesem Montag (21.9.) kann auch der Bunker 7001 des einstigen DDR-Innenministeriums bei Freudenberg (Märkisch-Oderland) besichtigt werden. Die Führungen dauern etwa eine Stunde. (dpa)