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Zahl der Milchtankstellen steigt

Rohmilch von der Kuh - immer mehr Menschen in Sachsen schmeckt das.

03.10.2017

Milchtankstellen steigt

© dpa

Dresden. Frische Milch direkt vom Bauern findet bei den Menschen in Sachsen zunehmend Anklang. Mittlerweile gibt es im Land 41 sogenannte Milchtankstellen, wie der Sächsische Landesbauernverband in Dresden mitteilte. Ende vergangenen Jahres waren es noch 34 solcher Stationen, an denen direkt an den Kuhställen frische Milch gezapft werden kann. „Der ganz große Boom ist in diesem Jahr aber wegen der gestiegenen Milchpreise ausgeblieben“, sagte Hauptgeschäftsführer Manfred Uhlemann. So lag der Grundpreis für einen Liter Milch Ende 2016 bei etwa 20 Cent, derzeit liegt er bei etwa 35 Cent.

Er rechne damit, das weitere solcher Tankstellen öffnen, sagte Uhlemann. Ihr Vorteil sei auch, dass Rohmilch rund um die Uhr gezapft werden kann. Die höheren Preise - ein Liter kostet mit einem Euro etwa doppelt so viel wie im Supermarkt - störe die Kunden offenbar nicht. Für sie sei es wichtig, frische Milch direkt vom Erzeuger erwerben zu können.

„Einen größeren finanziellen Effekt könnten die Bauern erzielen, wenn sie Automaten an großen Supermärkten aufstellen könnten“, sagte Uhlemann. Das sei derzeit vom Gesetzgeber aber nur erlaubt, wenn die Milch dort pasteurisiert angeboten werde. Doch eine solche Anlage zum Abtöten von Keimen sei teuer und für die Bauern kaum zu erwirtschaften, sagte Uhlemann. Schon eine „Tankstelle“ kostet den Angaben zufolge je nach Modell zwischen 5000 und 8000 Euro.

So bieten derzeit nahezu alle Bauern ihr Produkt direkt an den Ställen an. Am Automat muss ein Schild mit dem Vermerk „Achtung Rohmilch, vor dem Verzehr abkochen“ angebracht sein.

Wie viele solcher Standorte es in ganz Deutschland gibt, ist schwer zu sagen, eine Statistik gibt es den Angaben zufolge nicht. Das Internetportal „milchtankstellen.de“ listet derzeit 248 Tankstellen auf. (dpa)

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