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Mittwoch, 14.02.2018

Zahl der Brände nimmt ab

Die Feuerwehr musste im letzten Jahr 58 Mal ausrücken. Ihre Ausrüstung hat sich verbessert. Damit soll es 2018 weitergehen.

Von Andreas Neubrand

Der Brand in einer Küche im ehemaligen Studentenwohnheim war einer von 15, zu denen die Kameraden 2017 ausrückten. Im Jahr davor waren es zwei mehr.
Der Brand in einer Küche im ehemaligen Studentenwohnheim war einer von 15, zu denen die Kameraden 2017 ausrückten. Im Jahr davor waren es zwei mehr.

© Archiv/Dietmar Thomas

Roßwein. Der Einsatz, der Wehrleiter René Bernhard für 2017 im Gedächtnis geblieben ist, ist ein Unfall auf der BAB 14, auf dem Rastplatz Hansens Holz zwischen Döbeln und Nossen. „Auf einer Einfahrt zu einem Parkplatz ist ein Lkw in einen anderen Lkw reingefahren“, so Bernhard. „Wir gehen davon aus, dass der parkende Lkw nicht beleuchtet war.“ Die Freiwillige Feuerwehr war zur Unterstützung ihrer Kollegen aus Nossen gerufen worden. „Zusammen mussten wir den Schwerverletzten mit einem Spreizer aus dem Fahrzeug schneiden“, so Bernhard. „Die Kameraden aus Nossen haben dann den Rüstwagen benutzt, um an die eingequetschte Fahrerkabine zu gelangen. Da die Nossener besser ausgerüstet sind, haben wir vor allem die Unfallstelle abgesichert.“

Insgesamt 58 Einsätze verzeichnete die Freiwillige Feuerwehr Roßwein im letzten Jahr. „Zum Glück war nicht jeder so spektakulär wie dieser“, so Klaus Bernhard, der vor ihm 25 Jahre Wehrleiter war und immer noch aktiv ist. „Große Brände hatten wir letztes Jahr nicht zu verzeichnen. Zum Glück.“ Erinnern tue er sich lediglich an einen sogenannten Topflappenbrand, im früheren Studentenwohnheim. „Ein Bewohner hat dabei vergessen, den Herd auszumachen und dabei wurde die Wand angekohlt.“ Was die Einsätze angeht, sei es ein durchschnittliches Jahr gewesen, so René Bernhard. Positiv bewertet er auch die Ausrüstung durch die Stadt Roßwein. „Letztes Jahr haben wir 25 neue Feuerwehrhelme und passende Westen dazu erhalten. Dieses Jahr kriegen wir noch einmal 15 dazu.“ Die Westen bräuchten die Kameraden, wenn sie mit einem der beiden Rettungsboote ausrücken müssen. „Aber die kommen nur bei Hochwasser zum Einsatz“, so Klaus Bernhard. „Doch auch sonst sind wir hier gut ausgerüstet.“

Gute Jugendarbeit

Selbst die Ausbildung der Jugend habe die Feuerwehr in Roßwein gut im Griff. „Nachwuchssorgen haben wir hier keine“, sagt Bernhard. „Dafür tun wir auch einiges, wie das Zeltwochenende einmal im Jahr.“ Zusammen mit der Feuerwehr der Partnerstadt Wehlen gehen wir einmal im Jahr zelten, so Bernhard. „Einmal bei uns in Roßwein und einmal in Wehlen. So lernen die Kinder spielend, wie vielfältig die Aufgaben der Feuerwehr sind. Einige von ihnen bleiben dann bei uns.“

Ihn plagen dabei andere Sorgen. „Unser Problem ist, dass viele junge Kameraden nach der Lehre nicht bei uns bleiben. Es passiert oft, dass sie nach ihrer Ausbildung wegziehen, weil sie hier keine Arbeit finden. Dann machen wir die Arbeit für die anderen, während bei uns die Männer fehlen.“ Aber es gebe auch Lichtblicke. „Letztes Jahr haben wir zwei neue Kameraden dazu bekommen“, so René Bernhard. „Einer kam nach zehn Jahren außer Dienst wieder zu uns.“

Doch abgesehen davon laufe es gut für die Feuerwehr in Roßwein. In einem sind sich die beiden einig. „Wir wünschen uns mehr Respekt seitens der Bürger, gerade bei Unfällen. Und, dass die Schaulustigen aufhören zu gaffen und die Rettungswege zu blockieren“, so Klaus Bernhard.