Donnerstag, 13.12.2012

Zahl der Abtreibungen sinkt wieder

In Deutschland werden weniger Schwangerschaften abgebrochen. Seit Jahren sinkt die Zahl. Wegen guter Aufklärung, meint pro familia.

Wiesbaden. Die Zahl der Abtreibungen in Deutschland sinkt wieder. Im dritten Quartal wurden 25.500 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Das sind 1.500 oder 5,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr dieses Jahres hatte es noch einen Anstieg gegeben. Unter dem Strich ging die Zahl der Abtreibungen seit Jahresbeginn um 1,3 Prozent auf 81.509 zurück.

Seit Jahren geht die Zahl der in Deutschland registrierten Abtreibungen zurück. 1996 waren noch knapp 131.000 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet worden. 2011 waren es noch rund 109.000 - 1,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Ein Grund könnte aus Sicht der Statistiker die sinkende Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter sein (15 bis 44 Jahre). Auch die Quote der Abbrüche sinkt: Je 10.000 Frauen von 15 bis 44 Jahren wurde 2001 noch 80 Mal abgetrieben, im vergangenen Jahr nur noch 73 Mal.

Pro familia macht gute Aufklärung und einen leichten Zugang zu Verhütungsmitteln als Gründe für den Rückgang aus. Die Beratungsorganisation kritisiert allerdings, dass Empfänger von Hartz IV und Sozialhilfe die Mittel seit 2004 selbst bezahlen müssen. Das sollte schnellstens geändert werden, forderte Sprecherin Regine Wlassitschau.

Nach wie vor werden die Abbrüche fast ausschließlich nach der Beratungsregelung vorgenommen. Dafür müssen sich Schwangere vor dem Abbruch von staatlich anerkannten Stellen beraten lassen. Drei Prozent wurden mit medizinischen und kriminologischen Indikationen begründet, etwa bei schweren Gesundheitsgefahren für die Frau und nach einer Vergewaltigung.

Knapp drei Viertel der Frauen, die im dritten Quartal 2012 ihr Kind abtreiben ließen, waren zwischen 18 und 34 Jahren alt, 15 Prozent zwischen 35 und 39 Jahren. 40 Jahre und älter waren 8 Prozent, unter 18-Jährige hatten einen Anteil von weniger als 4 Prozent. Über die Hälfte der betroffenen Frauen (60 Prozent) hatten bereits Kinder. (dpa)

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