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Freitag, 12.01.2018

Zacke-Becken muss repariert werden

Vor der nächsten Badesaison wird eine neue Folie eingezogen. Um die Arbeiten zu finanzieren, verändert sich etwas.

Von Annett Heyse

Im Freibad Zacke herrscht Winterruhe, dieses Jahr aber nicht sehr lange. Ab März wird hier gebaut.
Im Freibad Zacke herrscht Winterruhe, dieses Jahr aber nicht sehr lange. Ab März wird hier gebaut.

© Andreas Weihs

Freital. Winterzeit im Freibad Zacke, aber von Eis ist keine Spur zu sehen. Stattdessen dümpeln einige Enten im Schwimmbecken. Für sie dürfte das ungestörte Badevergnügen bald vorbei sein. Geht alles nach Plan, sollen hier ab März größere Baumaßnahmen starten. Dazu muss das Wasser abgelassen werden. Denn die Folie, mit der das gesamte Betonbecken ausgekleidet ist, ist nach gut 25 Jahren so verschlissen, dass sie komplett ausgetauscht werden muss.

Zuletzt wurde das Zacke 1993/94 grundlegend saniert. Während viele Badbetreiber in der Umgebung, wie beispielsweise die Dorfhainer oder die Verantwortlichen der damaligen Gemeinde Mohorn-Grund, auf die neueste Edelstahltechnik setzten, wählten die Freitaler einen anderen Weg. Sie behielten das große, rechteckige Schwimmbecken aus den 1930er-Jahren. Die Betonwanne wurde lediglich abgedichtet und repariert. Um den neuesten Vorschriften zu entsprechen, wurde anschließend eine Spezialfolie verlegt. Sie bedeckt Boden und Betonwände des etwa 2 500 Quadratmeter Grundfläche messenden Schwimmbeckens. „Diese Folie ist jetzt so porös und unflexibel geworden, dass sie sich regelrecht verformt hat“, erklärt Jörg Schneider, Geschäftsführer der Technischen Werke Freital (TWF). Vor allem in dem Bereich, wo das aufbereitete Wasser wieder ins Becken gepumpt wird, entstanden unter der Folie regelrechte Wasserblasen. „Die Gäste liefen wie auf einem Wasserbett darüber hinweg. So können wir das nicht lassen“, sagt der TWF-Chef.

Die stadteigene GmbH betreibt die beiden Freibäder, neben dem Zacke also auch das Windi. Um die Bauarbeiten jetzt zügig und rechtzeitig vor Saisonbeginn zu starten, haben sich Stadt und TWF auf eine Umstrukturierung geeinigt. Von der werden die Badegäste nichts mitbekommen, für die Finanzierung der Arbeiten ist sie aber von großer Bedeutung: Die Technischen Werke pachten von der Stadt beide Freibäder. „Damit können wir Bauprojekt und Wartungsarbeiten flexibler planen, alles liegt dann in einer Hand“, sagt Schneider. Der Stadtrat hat dem Verfahren zugestimmt, zumal dieser Schritt auch den städtischen Haushalt entlastet. Die geplante Sanierung der Beckenfolie schlägt nämlich aktuellen Schätzungen zufolge mit etwa 500 000 Euro zu Buche – und wird nun von der TWF gestemmt.

Vorgesehen ist, die Bauleistungen demnächst auszuschreiben, die Unterlagen dazu sind so gut wie fertig. Mitte/Ende Februar könnte dann der Bauauftrag vergeben und im März begonnen werden. Denn schon Anfang Mai soll der Betrieb im Bad wieder starten. Es bleiben also zwei Monate Bauzeit. In denen soll nicht nur die Folie verlegt, sondern auch Kante der Betonumrandung erneuert werden.

Jörg Schneider ist zuversichtlich, dass die Badesaison im Zacke rechtzeitig eröffnen kann. „Die Firmen, die auf solche Arbeiten spezialisiert sind, haben nach unseren Informationen noch Kapazitäten.“

Parallel zu den Arbeiten im Becken werden die TWF-Mitarbeiter wie gewohnt im Frühjahr mit den Saisonvorbereitungen in den beiden Bädern starten. Dazu gehören die Reinigung aller Becken, Wartungsarbeiten an den technischen Anlagen, aber auch kleine Reparaturarbeiten an Umkleidung und Spielplätzen. Von dem Verpachtungsgeschäft hinter den Kulissen sollen die Besucher nicht viel mitbekommen. Schneider: „Das Personal bleibt, die Preise bleiben, die Öffnungszeiten bleiben.“

Und auch die Betriebskosten werden sich kaum ändern. Zuletzt hatten sich diese auf 215 000 Euro eingependelt, wobei die Personalkosten den größten Teil ausmachen. Im Gegenzug werden über die Eintrittsgelder 105 000 Euro eingenommen. Eine Kostendeckung von 50 Prozent ist laut Jörg Schneider ein Spitzenwert. „Im Bundesdurchschnitt liegt der nur bei 10 bis 30 Prozent.“