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Xavier schüttelt das Osterzgebirge

Der Sturm blies heftig. Doch die Region hatte alles in allem Glück – nicht nur mit den Windstärken, sagt ein Experte.

06.10.2017

hüttelt das Osterzgebirge
Wetterbeobachter Norbert Märcz kann in Zinnwald den Wind messen.

© Frank Baldauf

Dippoldiswalde. Gerade noch einmal glimpflich weggekommen sind wir beim ersten richtigen Herbststurm des Jahres. Ein Sturmtief zog mit seinem Kern über die Nordsee, Nordniedersachsen und Nordbrandenburg nach Polen. Während in Niedersachsen und Brandenburg der Sturm mit Orkanböen tobte – in Berge westlich von Berlin mit 122 km/h –, reichte es in Sachsen „nur“ zur Windstärke 10, vor allem im Norden und Osten des Freistaates. Abgesehen vom Fichtelberg, wo mit 135 km/h ebenfalls Orkanstärke gemessen wurde. Ansonsten waren in Sachsen die höchsten Windspitzen in Görlitz 98 km/h, auf dem Flughafen Leipzig-Schkeuditz 96 km/h, in Oschatz und auf dem Dresdner Flughafen 94 km/h. Zinnwald-Georgenfeld blieb mit 93 km/h knapp darunter. Auch von den Temperaturen her machte sich das Tief bemerkbar. Herrschten am Nachmittag meistenteils noch über 10 Grad, in der Altmark sogar über 15 Grad, wurden die Temperaturen mit Durchgang der Schauer meist einstellig. Interessant auch der Niederschlag. Im Vorfeld des Tiefs gab es in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern enorme Mengen von über 50 Liter pro Quadratmeter. Da nehmen sich unsere etwas über 10 Liter relativ klein aus. Auch die Schauer brachten am Donnerstag lediglich weitere rund 10 Liter.

Der Autor ist Vorsitzender des Wettervereins Zinnwald-Georgenfeld.