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Samstag, 02.01.2016

Wunschschlagzeilen für 2016

Was wir gern einmal aus der Region berichten würden – zehn Beispiele aus unserem Fantasiebaukasten.

Von Ulrike Keller

Idee mit Potenzial: Fernbusse halten in Zukunft auch in Radebeul-Ost statt nur in Dresden. Mit großem Vergnügen möchten wir diese Nachricht im kommenden Jahr vermelden. Noch handelt es sich allerdings nur um ein ausbaufähiges Hirngespinst.
Idee mit Potenzial: Fernbusse halten in Zukunft auch in Radebeul-Ost statt nur in Dresden. Mit großem Vergnügen möchten wir diese Nachricht im kommenden Jahr vermelden. Noch handelt es sich allerdings nur um ein ausbaufähiges Hirngespinst.

© Montage: Norbert Millauer/SZ

Fernbushalt

Ab sofort steuern Fernbusse täglich auch Radebeul an. Jeden Morgen um neun halten sie am Kulturbahnhof in Ost und bringen Fahrgäste aus Berlin, München und Hamburg. Zu diesen Städten starten die Fernbusse dann schon um 10 Uhr wieder. Ihr Ziel erreichen sie am Nachmittag desselben Tages. Tickets sind zu Preisen ab 15 Euro sowohl im Internet erhältlich als auch im SZ-Treffpunkt auf der Bahnhofstraße in West. Um Fernbusse zu nutzen, mussten Radebeuler bisher am Dresdner Hauptbahnhof zu- oder aussteigen. Den neuen Haltepunkt in Ost haben die Einwohner der neuen Chefin der Jugendherberge zu verdanken. Ihr war daran gelegen, Schulklassen einen preiswerteren, zuverlässigeren und komfortableren Anfahrtsweg nach Radebeul bieten zu können als per Bahn. Durch maximal einen Umstieg pro Fernbustour lässt sich die Reise nun auch für seh- und gehbehinderte Gruppen realisieren.

Weihnachtsmarkt

Der beliebte „Lichterglanz & Budenzauber“ in Altkötzschenbroda wird künftig zeitlich konzentriert. Statt über drei Adventswochenenden geht er ab 2016 nur noch über zwei Wochenenden, schließt aber die gesamte Woche dazwischen mit ein. Die Zahl der Markttage steigt damit sogar um einen auf zehn. Mit dieser Änderung kommt das Kulturamt dem jahrelangen Wunsch vieler Anlieger nach. Es reagiert aber auch auf die Enttäuschung vieler Touristen, die bisher irrtümlicherweise an den Wochentagen kamen, wenn geschlossen war.

Märchenschimmel

Die Sächsische Gestütsverwaltung holt einen Nachfahren von „Aschenbrödel“-Schimmel Nikolaus ins Landgestüt Moritzburg. Als einmal zufällig die Titelmelodie des Kultfilms vom Schloss herüberdringt, beobachten Pfleger, wie er sich anmutig im Takt zu bewegen beginnt. Diese Entdeckung bauen sie in monatelangem Training aus. Zur Hengstparade präsentiert Ruprecht dann ein „Aschenbrödel“-Sonderprogramm. Höhepunkt ist der Auftritt mit Eule Rosali, die auf dem Pferderücken zur Musik Kopf, Augen und Flügel bewegt. Der folgende Medienrummel zieht sogar Siegfried & Roy aus Las Vegas an. Sie tragen sich mit dem Gedanken, in einer neuen Show mit weißen Dressurpferden und weißen Eulen zu arbeiten statt mit weißen Tigern. Als Kulisse wollen sie Schloss Moritzburg nachbilden lassen.

Zillefesttage

Die in Südafrika lebende Großnichte von Milieumaler Heinrich Zille ruft ihm zu Ehren ein jährliches Kulturfest ins Leben. Dabei setzt Helen Zille auf Straßenkünstler aus der Region. Die Besonderheit dieser Zille-Tage ist, dass sie ein ganzes Wochenende lang gleichzeitig auf dem Marktplatz in Radeburg und dem in der Stadtmitte Kapstadts gefeiert werden. Helen Zille ist Premierministerin der Provinz Westkap, deren Hauptstadt Kapstadt ist. Videoleinwände übertragen alle Ereignisse live in die jeweils andere Stadt. Weil die Politikerin Helen Zille seit Jahren gegen Drogenmissbrauch kämpft und Rehabilitations-Zentren unterstützt, werden bei der Vorbereitung und Umsetzung des Festes maßgeblich Suchtkranke einbezogen. Sie müssen eine Entzugstherapie gemacht haben und seit mindestens sechs Monaten „clean“ sein. Ziel ist es, sie langfristig in feste Beschäftigungsverhältnisse zu integrieren.

Spätschicht

Das Radebeuler Ordnungsamt führt für die Sommermonate und Wochenendveranstaltungen einen neuen Sonderdienst ein. Dieser ist abends bis 22 Uhr im Einsatz. An Wochenenden arbeiten die Angestellten auch in den Morgen- und Vormittagsstunden. In dieser Zeit halten sie vor allem nach Müllsündern nahe der Elbwiesen Ausschau. Am Nachmittag und Abend konzentrieren sie sich auf Falschparker und an warmen Tagen auf illegale Grillfreunde im Uferbereich. Für diese Sonderdienste stellt das Rathaus vorzugsweise Langzeitarbeitslose ein. Diese erhalten ein mittleres Festgehalt, plus einen variablen Einkommensanteil je nach verteilten Knöllchen. Ziel ist, damit das Stadtsäckel zu füllen.

Hollywood

Weltstar Barbra Streisand verhilft Coswig auf die internationale Kinoleinwand. Auf der Suche nach einem neuen Projekt ist sie auf das begnadete Komponisten-Ehepaar Teresa Carreño und Eugen d’Albert gestoßen, das einige Jahre in der Villa Teresa wohnte. Die außergewöhnliche Lebens- und Liebesgeschichte will sie nun am Originalschauplatz in Coswig verfilmen. Von der Villa sei sie ganz verzückt, hieß es aus ihrer Agentur. Die Filmrechte an dem Stoff seien bereits erworben. Nun arbeite ein namhaftes Autorenteam am Drehbuch. Die Regie will Streisand selbst übernehmen. Welche Schauspieler das Musikerpaar darstellen, ist bislang geheim.

Millionärsabgabe

Radebeul verpflichtet Superreiche zu einer Sozialabgabe im Zeichen der Bildung. Wer ein Grundstücks- oder Kapitalvermögen von einer Million Euro und mehr besitzt, muss pro Jahr ein Prozent seines Vermögens an die Stadtkasse überweisen. Das Geld nutzt die Kommune ausschließlich zur Verbesserung der Lernbedingungen für Kinder. Das schließt nicht nur die Sanierung von Schulgebäuden, Klassenzimmern und Außenanlagen ein, sondern gilt auch für die Ausstattung. Darüber hinaus soll Nachhilfe für alle Schüler kostenlos angeboten werden. So versucht die Stadt, mehr Chancengleichheit unter den Kindern und Jugendlichen aus verschiedenen sozialen Schichten herzustellen. Der Stadtratsbeschluss zu dieser Millionärsabgabe erregt weltweit Aufsehen. Als Bill Gates davon erfährt, teilt er Oberbürgermeister Bert Wendsche mit, dass er sich auch als Nicht-Bürger Radebeuls beteiligen möchte.

Arabischstunde

Coswig bietet als erste Kommune deutschlandweit Arabisch als Fremdsprache in Schulen an. Das Kultusministerium genehmigt ein einjähriges Pilotprojekt, nachdem Schulsprecher 500 Unterschriften sammeln und Til Schweiger als Schirmherrn gewinnen. Er sponsert die Lehrbücher und will aus persönlichem Interesse mindestens einen Tag pro Monat im Coswiger Arabischunterricht hospitieren. Als Dozenten werden Flüchtlinge engagiert, die in einst ihrer Heimat als Pädagogen tätig waren und schon gut Deutsch sprechen.

Heilquelle

Bauarbeiter nahe der Kirche beobachten, dass die beiden Glücksgänse Weinböhlas immer wieder an eine Stelle des Dorfteichs tippeln und dort ausgiebig trinken. Als die Männer näher herangehen, entdecken sie ein kleines Rinnsal, das sonderbar schimmert. Sie informieren den Bürgermeister. Wasserproben ergeben: Weinböhla verfügt über eine Heilquelle. Der Gemeinderat beschließt den Bau eines Brunnens. Das Wasser wird in Fläschlein abgefüllt. Den Besuch der Heilquelle begrenzt man auf täglich 200 Personen. Der einsetzende Tourismus und die Nachfrage nach dem Heilwasser bescheren der Gemeinde ungeahnte Einnahmen.