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Donnerstag, 07.12.2017

Wünsche an den CDU-Weihnachtsmann

Die Fraktion bringt Geschenke in die Schloßbergschule. Dort erhofft man sich von der Politik aber viel mehr.

Von Jens Hoyer

Ingo Kutsch (links) und Ullrich Kuhn von der CDU-Fraktion des Stadtrates haben den Kindern der Schloßbergschule Geschenke gebracht. Das hat seit einigen Jahren Tradition.
Ingo Kutsch (links) und Ullrich Kuhn von der CDU-Fraktion des Stadtrates haben den Kindern der Schloßbergschule Geschenke gebracht. Das hat seit einigen Jahren Tradition.

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Döbeln.Alle Jahre wieder spielt die Fraktion der CDU im Stadtrat in der Lernförderschule auf dem Schloßberg den Weihnachtsmann. Am Donnerstag packten Fraktionschef Ullrich Kuhn und Stadtverbandschef Ingo Kutsch den großen Geschenkesack aus. „Da haben wir wirklich Glück. Manche Kinder kommen aus Elternhäusern, die nicht so viel haben. Die freuen sich sehr über die Geschenke“, sagte Erzieherin Christine Lamz.

Kleine Geschenke erhalten zwar die Freundschaft. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Eltern, Lehrerschaft und Mitarbeiter viel mehr von der CDU und dem Oberbürgermeister erwarten. Sie sind sehr unzufrieden mit der Situation an der Schule. Eine Innensanierung ist nötig, es gibt zu wenig Platz und keine Möglichkeit, Sport zu treiben.

Ein neuer Elternrat mit der Vorsitzenden Ronny Vogel an der Spitze kümmert sich, dass die Stadt an der Situation etwas ändert. Ein Gespräch mit Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) sei ziemlich enttäuschend verlaufen, sagte Ronny Vogel. „Wir streben ein Schulzentrum gemeinsam mit den Grundschulen Döbeln Ost und Mochau an. Das würde etwa 17 Millionen Euro kosten und ist deshalb Zukunftsmusik. Der Oberbürgermeister hat uns gesagt, dass er Angst vor diesem Projekt hat. Das kann ja eigentlich gar nicht sein. Eine Auskunft, wie es weitergeht, wäre schön.“ Mittlerweile fühlten sich auch die Kinder benachteiligt, sagte Ronny Vogel. „Die haben ja Freunde, die in andere Schulen gehen.“ Ganz oben auf der Agenda hat der Elternrat den Sportunterricht stehen, weil es nach seiner Meinung ein Vorhaben wäre, das sich ziemlich schnell umsetzen lässt. An der Schloßbergschule gibt es zwar eine Turnhalle, die ist aber wegen uralter Toiletten und des grundsätzlich schlechten Zustands für den Sportunterricht nicht zugelassen. „Wenn ein Kind auf Toilette will, müsste wegen der Aufsichtspflicht immer ein Lehrer mit in die Schule gehen“, sagte Ronny Vogel.

In der verschlissenen Sporthalle Staupitzstraße müssen die Schloßbergschüler zwar keinen Sport mehr treiben. Aber auch der Weg zur modernen Stadtsporthalle nimmt viel Zeit in Anspruch, so die Elternsprecherin. „Eine Sportstunde dauert nur eine dreiviertel Stunde. Davon bleiben 20 Minuten übrig.“ Gerade für die Kinder mit größerem Förderbedarf sei die Bewegung wichtig, auch um die Motorik zu verbessern. „Ständig hört man nur Ausreden. Hier geht es um Kinder. Die brauchen etwas, wo sie sich mal austoben können.“

Ein Argument, die Sanierung der Sporthalle nicht anzufassen: Der Schloßberg ist wegen seiner Vergangenheit ein Bodendenkmal. Das hatte schon verhindert, dass der Schulhof asphaltiert wurde. Das Verlegen von Rohren im Boden wird da schon zum Problem. „Ich habe die Denkmalbehörde angeschrieben, um zu klären, was da alles möglich ist“, sagte Ronny Vogel.

Der DA hat am Donnerstag die CDU-Stadträte Ullrich Kuhn und Ingo Kutsch gefragt, wie es aus ihrer Sicht mit der Lernförderschule weitergeht. Beide sehen den Sanierungsbedarf bei Sporthalle, Elektrik und Fußböden. „Aber da ist vieles noch ungeklärt“, sagte Kuhn. So habe der Landkreis den Fortbestand der Förderschule in Döbeln immer noch nicht im Schulnetzplan bestätigt. „Es steht ja auch die Frage, wie es mit der Inklusion in Sachsen weitergeht“, sagte Ingo Kutsch. „Wir müssen abwarten, welches Konzept in Sachsen gefahren wird und was dann für Fördermittel zur Verfügung stehen.“