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Wozu Regeln für Leserbriefe?

21.01.2017

Leser haben schon oft in der Redaktion nachgefragt: Wo sind denn die Regeln, an die wir Leserbriefschreiber uns halten können? Der neue Leserbeirat hat diesen Wunsch aufgegriffen und gemeinsam mit der SZ-Redaktion seit September solche Regeln entwickelt und ausführlich diskutiert. Nun sind die Vorbereitungen abgeschlossen, die Regeln liegen vor.

Was versprechen wir uns davon?

Zunächst sind sie noch einmal eine Verbeugung vor unseren Lesern. Die SZ schätzt Leserbriefe, sie möchte ihre Leser an der öffentlichen Meinungsbildung teilnehmen lassen. Gerade in schwierigen Zeiten bieten Leserbriefseiten einen schnellen, unverfälschten und ziemlich tiefen Einblick in die Stimmungslage in Sachsen. Oft schneller und tiefer, als es Meinungsbefragungen können. Die Akzeptanz eines sehr breiten Meinungsspektrums ist für die Sächsische Zeitung dabei selbstverständlich.

Dem Leserbeirat war es aber auch wichtig, auf die Grenzen hinzuweisen. Falsche Tatsachenbehauptungen dürfen in Leserbriefen nicht enthalten sein, Beleidigungen und Verunglimpfungen auch nicht. Wir alle, die Profi- wie die Amateurschreiber in der SZ, haben uns an gesetzliche Bestimmungen und Regeln des Deutschen Presserates zu halten. So erst wird ein kulturvoller Meinungsstreit möglich. Hassorgien, wie sie mancherorts online toben, werden wir nicht dulden.

Das kleine Regelwerk enthält auch Einschränkungen. Ja, auch künftig wird nicht jeder Brief veröffentlicht. Es sind einfach zu viele. Um eine möglichst große Zahl abdrucken zu können, gilt bei der SZ ja schon die 15-Zeilen-Regel. Länger sollten die Zusendungen nicht sein. Erfahrene Leserbriefschreiber haben das erkannt und senden nur noch kurze Statements. Das spart Zeit in der Redaktion und verhindert „sinnwahrende Kürzungen“. Mit anderen Worten: Der Leser-Autor kann sicher sein, dass sein Brief so veröffentlicht wird, wie er es sich gewünscht hat. Ein heißer Tipp.

In den vergangenen Wochen ist in der Redaktion lange diskutiert worden, wie sie rascher und besser auf Leseranfragen reagieren kann. Künftig wird es nun Eingangsbestätigungen geben. Und spätestens nach drei Wochen sollen Anfragen beantwortet sein. Ein hoher Anspruch angesichts der vielen Anfragen. Aber der gute Kontakt zu unseren Lesern ist ein hoher Wert. Im Gegenzug hoffen Redakteure auf Verständnis, wenn ihnen ihr nächster Artikel zunächst wichtiger ist.

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