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Donnerstag, 11.01.2018

Wolf hat zwei Hunde angefallen

Der Landkreis Görlitz ist sich sicher: Es war ein Wolf, der Ende Dezember im Norden zwei Hunde getötet hat. Isegrim treibt aber weiter sein Unwesen.

Von Christian Köhler

In die Fotofalle in Krauschwitz tappte dieser Wolf. Deutlich ist zu erkennen, das der Wolf sich auf einem Grundstück befindet.
In die Fotofalle in Krauschwitz tappte dieser Wolf. Deutlich ist zu erkennen, das der Wolf sich auf einem Grundstück befindet.

© Dennis Ewald

Görlitz/Weißwasser. Das Tier, welches vor gut zwei Wochen in Krauschwitz und Weißkeißel zwei Hunde getötet hat, ist aller Wahrscheinlichkeit nach identifiziert. Wie der Landkreis Görlitz in einer Stellungnahme mitteilt, handelt sich um einen Wolf. Dieser wurde von einer automatisch auslösenden Wildkamera fotografiert. Das Tier sei mehrfach in der Nähe von und auch auf Grundstücken gesichtet worden. Auch der SZ beziehungsweise dem TAGEBLATT ist ein Foto von einem Leser zugespielt worden.

Das zuständige Landratsamt in Görlitz stimmt sich derzeit mit dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) über die zu ergreifenden Maßnahmen ab. „Um die Umsetzung nicht zu gefährden, können gegenwärtig keine weiteren Details dazu veröffentlicht werden“, heißt es aus dem Landratsamt. Parallel wird über die Untersuchung von Genetikproben versucht, die Identität und Rudelzugehörigkeit des Wolfes abschließend zu klären. Noch sei nicht klar, zu welchen Rudel das Tier zählt.

Erst vor gut einem Jahr hatte der Freistaat gemeinsam mit dem Landkreis verfügt, erstmals in Sachsen einen Wolf zum Abschuss freizugeben. Dagegen protestierten mehrere Tausend Menschen über eine Online-Petition. Damals ging es um „Pumpak“ – ein Tier, was aus Polen über die Neiße nach Rietschen gekommen und dort auf mehreren Höfen gesichtet worden war. Zwar ordnete seinerzeit das Umweltamt eine „Entnahme“ an, jedoch tauchte der Wolf letztlich nicht mehr auf.

Links zum Thema

Nach mehreren Attacken im Oktober 2017 wiederum eines Wolfes in der Nähe von Bautzen und Kamenz ordnete der Freistaat erneut einen Wolfsabschuss an. Es soll sich nach Angaben des Kontaktbüros „Wölfe in Sachsen“ handle es sich im Landkreis Bautzen um ein Tier aus dem Rosenthaler Rudel. Das Rudel als solches sei mehrfach wegen Schafsrisse in Erscheinung getreten, hieß es.

In der Region um Weißwasser legt das Landratsamt den Besitzern von Hunden und Katzen nahe, ihre Tiere unter Aufsicht zu halten. Wolfssichtungen aus diesem Bereich möchten bitte jeweils möglichst zeitnah weitergegeben werden.

Wolfsmeldungen an: Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ 03577246762, Landratsamt Görlitz 0358822333401 oder das Lupus-Institut 03572757762