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Freitag, 25.11.2016 14:00 Uhr

Wohnen im Oberland nun altengerecht

Um 14 Uhr klingelt es an der Tür einer Mietwohnung der Wohnungsgenossenschaft „Einheit“ Wilthen eG. Hausmeister Matthias Heinrich kommt pünktlich zum vereinbarten Termin. Der Mieter hatte auf seiner Arbeitsstelle etwas eher als sonst üblich Feierabend gemacht. Denn zu Hause soll ein tropfender WC-Spülkasten ausgetauscht werden. Wenn am Nachmittag solche kleineren Reparaturarbeiten in den Wohnungen der WG anstehen, dann haben die berufstätigen Mieter Vorrang im Terminplan der beiden Hausmeister Matthias Heinrich und André Miersch.

Kurz vor dem Feierabend treffen sich die Beiden dann noch einmal, um den Tag Revue passieren zu lassen und zu überprüfen, was an Material nachgeordert werden muss. Außerdem planen sie die Arbeiten für den kommenden Tag. Noch muss Laub gekehrt und beiseite geräumt werden. Bald könnte es aber auch Schnee sein. Die Hausmeister betreuen über 700 Wohnungen und das dazugehörige Außengelände. Damit ist die WG einer der größten Vermieter im Oberlausitzer Städtchen. 1954 als 1. Arbeiterwohnungsgenossenschaft in Wilthen gegründet, ging daraus 1992 die WG „Einheit“ Wilthen eG hervor. In den vergangenen 20 Jahren wurden etwa 300 Wohnungen zurückgebaut. Der Bevölkerungsrückgang machte dies notwendig. Wohnblöcke wurden komplett abgerissen oder auch teilweise rückgebaut. Dem folgte die Neugestaltung und Dämmung von Dächern und Fassaden. Als Wohnungsanbieter wolle man schließlich mit der Zeit gehen und sich dem wandelnden Bedarf der Menschen anpassen.

Im neuen Wilthener Mehrfamilienhaus „Altengerechtes Wohnen Vorwerkstraße“ haben sich die ersten Mieter bereits eingelebt. Mitte Juli war hier Einzug gefeiert worden. In nur dreizehn Monaten entstand ein hochmodernes Gebäude mit 22 Wohnungen und Aufzügen. Auf vier Etagen befinden sich Wohnungen mit Größen von 57 bis 105 Quadratmetern. Die Räume im Erdgeschoss sind rollstuhlgerecht, laut sächsischer Bauordnung. Zudem gibt es hier auch Fußbodenheizung und Rollladen an den Fenstern. Jede Wohnung verfügt über Dusche, Balkon, Markise, elektronisch gesteuerte Belüftung und einen PKW-Stellplatz. Großzügige, ebenerdige Eingangsbereiche bieten zudem genug Platz zum Abstellen für Rollatoren und Rollstühle, ideal für das altengerechte Wohnen. Außerdem gibt es eine solarunterstützte Heizung sowie Steckdosen für Elektrofahrzeuge.

Gerade für ältere Mieter ist der Standort des neuen Hauses ideal. Im näheren Umfeld befinden sich Einkaufmöglichkeiten, Bushaltestelle und Garagen. Für einen Spaziergang ins Grüne hat man es von hier aus auch nicht weit. Viele der neuen Bewohner legen auf solch ein Umfeld Wert. Für den Neubau habe man die Aufträge ausschließlich an regionale Firmen vergeben, erklärt der Vorstandsvorsitzende Rolf Müller. Über einen Fakt ist er ganz besonders froh: „Die Genossenschaft hat in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet, neben den jährlich anfallenden Instandhaltungskosten können wir den Neubau mit etwa 3,3 Millionen Euro komplett aus Eigenmitteln finanzieren.“ Und das, obwohl man bereits in den vergangenen Jahren in die bestehenden Gebäude erheblich investiert hat. Die Genossenschaft gab Millionenbeträge für Sanierungen aus, zum Beispiel für Wärmedämmung, den Anbau von Aufzügen und andere Baumaßnahmen. „Erste Aufzüge im Plattenbau wurden sehr gut angenommen. Dennoch blieb weiterhin die Nachfrage nach altengerechten Wohnungen, da auch mit den Aufzügen keine komplette Barrierefreiheit erreicht werden konnte“, erklärt Rolf Müller. Diesem Bedarf habe man nun mit dem Neubau entsprochen. Derzeit sind noch einige wenige Wohnungen verfügbar. „Als Genossenschaft sind wir nur unseren Mitgliedern verpflichtet und so haben wir die Miete mit 5,75 Euro je Quadratmeter auch sozialverträglich gestaltet“, begründet der Vorstandsvorsitzende.

„Älteren Menschen so lange wie möglich ein Leben in der gewohnten und vertrauten Umgebung zu ermöglichen, gewinnt an gesellschaftlicher Bedeutung - vor allem in Bezug auf die Sicherung von anforderungsgerechtem und komfortablem Wohnraum. Mit zunehmendem Alter ändern sich die Bedürfnisse. Das wirkt sich auch auf die Anforderungen an die Ausstattung der Wohnung aus“, erklärt Dr. Axel Viehweger, Vorstand des Verbands Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e.V. ein. Darauf stellen sich die Mitglieder des Verbands ein. Den Neubau der Wohnungsgenossenschaft „Einheit“ Wilthen eG lobt er als „ein gutes Beispiel für ein engagiertes Wirken im ländlichen Raum“.

K. Kunath

Wohnungsgenossenschaft „Einheit“ Wilthen eG

Karl-Marx-Straße 37 | 02681 Wilthen

03592 33415 | 03592 33455

www.wg-wilthen.de