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Sonntag, 04.02.2018

Wo Gardemädels auf Graf Dracula treffen

Zur 16. Freitaler Karnevalsparade kamen Tausende Besucher – und waren von den Ideen der Narren begeistert, wie unsere Bildergalerie zeigt.

Von Maik Brückner

16. Karnevalsparade in Freital

Die Mädels der Funkengarde des Karnevalsvereins Kurort Hartha zeigten bei der diesjährigen Karnevalsparade ihr Können. Mit den Proben haben die Gardisten in den Sommermonaten begonnen.
Die Mädels der Funkengarde des Karnevalsvereins Kurort Hartha zeigten bei der diesjährigen Karnevalsparade ihr Können. Mit den Proben haben die Gardisten in den Sommermonaten begonnen.

© Andreas Weihs

Freital. Es stinkt fürchterlich. Doch zum Glück raucht er nur, der Vulkan. Dieser fährt auf dem Faschingswagen mit, den die Pretzschendorfer Narren zur Karnevalsparade nach Freital mitgebracht haben. „Hoffentlich passiert heute kein schwerer Unfall“, sagt Heiko Horn, Vizepräsident des Pretzschendorfer Faschingsvereins. Denn die Vulkanattrappe wird von einem 520 PS starken Lkw gezogen, der einem Abschlepp-Unternehmen gehört und mit großen Pappen zu einem Mammut verwandelt wurde. „Wenn der Lkw zum Unfall muss, muss das Mammut mit“, scherzt Horn. Doch wie das funktionieren soll, das will er sich nicht ausmalen. Denn es dürfte schwer werden. Der Wagen, der zum Thema „Kommt zur richtigen Urzeit“ gestaltet und von „Urmenschen“ begleitet wird, wird über die Dresdner Straße durch ein närrisches Getümmel gezogen.

16. Karnevalsparade in Freital

Punkt 14 Uhr hat Siegfried Wünschmann, der Präsident der hiesigen Karnevalsvereine, das Signal zum Start an der Güterstraße gegeben. Angeführt wird die diesjährige Karnevalsparade von Gardemädels, die ein großes Plakat mit der Aufschrift „16. Karnevalsparade in Freital“ tragen. Gleich danach folgen der Mohorner und der Wurgwitzer Faschingsverein. Beide feiern in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen und dürfen deshalb an der Spitze fahren. Wie bei fast alle Wagen haben die Vereine diese passend zu ihren Faschingsthemen gestaltet. Und da zeigt sich, dass die Wurgwitzer eine ganz besondere Art zu feiern haben. Auf dem Faschingswagen hat der wohl berühmteste Blutsauger Platz genommen. Schließlich heißt das Thema „Der KCW wird 50 Jahr‘ – zur Feier lädt Graf Dracula.“ Mit knapp 70 Leuten ist der Verein heute dabei, sagt Präsident Uwe Gnauck. Gut zwei Tage habe man zum Wagenbau gebraucht. Auch andere Vereine haben sich viel Mühe gegeben, um den Zuschauern etwas fürs Auge zu bieten.

Obwohl nur wenige Zuschauer den Wunsch von Umzugschef Wünschmann beherzigt haben und kostümiert gekommen sind, ist die Stimmung an der Dresdener Straße ausgelassen. Es wird gelacht. Auch Silke Böhme ist gut gelaunt. Die Freitalerin steht am Straßenrand und winkt den Narren zu. „Der Umzug gefällt mir extrem gut. Da steckt so viel Herzblut drin.“ Deshalb ist es für sie auch ein Muss, hier dabei zu sein. Und weil feiern in der Gruppe am meisten Spaß macht, ist ihr Freundeskreis dabei, zu dem auch Helga Berthold aus Somsdorf gehört. „Auch wir haben einen sehr aktiven Faschingsverein“, sagt sie. Und den Beweis tritt der auch an. Sein Piratenschiff gehört wohl zu den aufwendigsten Wagen des Umzugs.

Bei dem läuft übrigens auch Stadtchef Uwe Rumberg mit. Er hat sich als Patrizier verkleidet, ist aber gut zu erkennen, sein Vize Peter Pfitzenreiter dagegen nicht. Der hat eine Kapitänsuniform an. Beide schleppen Säcke voller Süßigkeiten mit. „Insgesamt ein Zentner“, sagt Rumberg und wirft sich den Sack über die Schulter. Später wird er sie verteilen. Und es gibt viele, die ihre Hände aufhalten und sich über die Süßigkeiten freuen. Wie viele Besucher es genau sind, das kann Umzugschef Siegfried Wünschmann auch am Ende nicht sagen. Aber es dürften zwischen 10 000 und 12 000 gewesen sein.

Die Pretzschendorfer hatten übrigens Glück. Ihr geborgter Lkw wurde nicht gebraucht. Deshalb konnte er den rauchenden Vulkan bis zum Freitaler Kulturhaus ziehen. Hier löst sich der Umzug nach einer reichlichen Stunde auf.