Donnerstag, 22.11.2012

Wo es die besten Jobaussichten gibt

Neue Stellen werden nicht unbedingt in den größten Branchen im Landkreis geschaffen. Ein Fazit nach der SZ-Serie.

Von Domokos Szabó

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Runde Sache: Zerspanungsmechaniker Sebastian Jäger arbeitet im Maschinenbau. Foto: Peter Kuner
Runde Sache: Zerspanungsmechaniker Sebastian Jäger arbeitet im Maschinenbau. Foto: Peter Kuner

Von Beruf ist Sebastian Jäger Zerspanungsmechaniker und arbeitet für eine Maschinenbaufirma. Dafür reicht es heute längst nicht mehr, seine Hände geschickt einzusetzen. So programmiert Sebastian Jäger an seinem Arbeitsplatz selbst die Maschinen, bevor er mit ihnen Teile bearbeitet. Dieses Beispiel vom Maschinenbau Schlottwitz zeigt, wie differenziert die Anforderungen an die Arbeitskräfte in dieser Branche sind. Doch wer sich für einen der Berufe Werkzeugmacher, Schweißer oder eben Zerspanungsmechaniker entscheidet, hat vergleichsweise gute Chancen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

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  • Runde Sache: Zerspanungsmechaniker Sebastian Jäger arbeitet im Maschinenbau. Foto: Peter Kuner
    Runde Sache: Zerspanungsmechaniker Sebastian Jäger arbeitet im Maschinenbau. Foto: Peter Kuner

Die Branche hat zwar zuletzt eher wechselvolle Jahre durchlebt, doch die Erwartungen sind auch aufgrund guter Exportchancen positiv. Das ist ein Fazit aus der SZ-Serie Jobkompass, die in den vergangenen Wochen in den Ausgaben Pirna, Sebnitz, Freital und Dippoldiswalde gelaufen ist.

Vier Wochen lang beleuchteten die Redakteure die Situation in zehn wichtigen Branchen, sprachen mit Firmenchefs, Mitarbeitern und Verbandsvertretern. In einer großen Tabelle fasst die SZ heute zum Abschluss der Serie die wichtigsten Ergebnisse zusammen.

Ein besonderes Augenmerk galt jenen Branchen, die nach der Beschäftigtenzahl die größten zwischen Altenberg und Sebnitz sind: der Gesundheitsbranche (rund 9500 Mitarbeiter), dem Bau (6.850 Mitarbeiter), dem Handel (6.750 Mitarbeiter) und dem Öffentlichen Dienst (5400 Mitarbeiter). Größe ist aber keine Garantie dafür, dass diese Branchen dynamisch wachsen und deshalb auch mehr Mitarbeiter einstellen. So suchen zum Beispiel die Stadt- und Gemeindeverwaltungen nur dann neue Mitarbeiter, wenn Stellen altersbedingt frei werden. Wenn überhaupt.

Leicht macht das aber die Suche nach Personal nicht. Denn geeignete Bewerber stehen heute nicht mehr Schlange. Landrat Michael Geisler (CDU) – seine Behörde hat immerhin 1.150 Mitarbeiter – sagt, dass man als Arbeitgeber mehr für sich werben müsse.

Für manchen mag es überraschend klingen, doch der personalstärkste Wirtschaftszweig im Landkreis ist weder der (Einzel-)Handel noch die Dienstleistungsbranche, sondern das Gesundheitswesen. Und vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft handelt es sich dabei um eine Branche mit Zukunft. Die Nachfrage nach Fachkräften bleibt bestehen, die Arbeitsplätze von Medizinern und Pflegepersonal gelten als sicher. „Allerdings sollte jeder bereit sein, sich sein ganzes Arbeitsleben lang weiter zu qualifizieren und arbeiten zu wollen“, sagt Stefan Härtel, Chef der Hohwaldklinik.

Wo aber liegt die Jobchance im Landkreis? Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Grundsätzlich verfügt die Region über eine mittelständische Wirtschaftsstruktur mit allen Vor- und Nachteilen – wie zum Beispiel Flexibilität und geringe Marktkraft. Legen etwa Automobilzulieferer eine Weile spürbar zu, können Absatzprobleme auf dem Fahrzeugmarkt der guten Entwicklung rasch ein Ende bereiten. Daher gilt: Statt einer besonderen Jobchance existieren im Landkreis viele Jobchancen.

Zumal vom Arbeitsmarkt auch insgesamt gute Nachrichten kommen. Die Arbeitslosenquote liegt nach abermaligen Rückgängen bei acht Prozent – ein Wert, der immer noch zu hoch ist, mit der Situation Anfang der 2000er-Jahre aber nicht zu vergleichen ist. Damals hatten 20Prozent keinen Job.

Für die Mitarbeiter der Arbeitsagentur hat diese Entwicklung eine Kehrseite. Weil weniger Arbeitslose auch weniger Betreuer brauchen, wurden dort zuletzt zehn Prozent der Jobs gestrichen. Gekündigt hat man allerdings niemandem – stattdessen liefen befristete Verträge aus und freiwerdende Stellen wurden nicht besetzt.

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