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Dienstag, 26.09.2017

Wo der Abwasserverband Rohre vergräbt

Die Zeit der Neubauanlagen geht zu Ende. Ab nächstem Jahr werden vor allem alte Anlagen modernisiert.

Von Jens Hoyer

Am Ortsrand von Nelkanitz lässt der AZV Döbeln-Jahnatal die letzte Kläranlage erreichten, die im Abwasserbeseitigungskonzept vorgesehen ist. Hier wird auch Beicha angeklemmt.
Am Ortsrand von Nelkanitz lässt der AZV Döbeln-Jahnatal die letzte Kläranlage erreichten, die im Abwasserbeseitigungskonzept vorgesehen ist. Hier wird auch Beicha angeklemmt.

© André Braun

Döbeln. Der Abwasserzweckverband (AZV) Döbeln-Jahnatal biegt beim Neubau von Kläranlagen auf die Zielgerade ein. Nachdem Schrebitz an die neue Kläranlage angeschlossen wurde, steht jetzt Nelkanitz vor der Vollendung. „Bis zum Jahresende müssen wir fertig sein“, sagte Heidrun Berkoben, Bereichsleiterin Investitionen bei der Oewa. An die neue Kläranlage in Nelkanitz wird nicht nur der kleine Döbelner Ortsteil, sondern auch Beicha angeschlossen.

Die Besonderheit: Der Kanal von Beicha nach Nelkanitz von über einem Kilometer Länge wurde schon in den 1990er-Jahren von der damals noch selbstständigen Gemeinde gebaut, aber nie in Betrieb genommen. Der AZV nutzt diese Leitung. „Sie ist vorher auf Dichtheit geprüft worden“, so Heidrun Berkoben. Die Kosten für den Anschluss von Beicha reduzieren sich dadurch deutlich. „Wenn das neue Klärwerk funktioniert, bekommen die Grundstückseigentümer die Aufforderung, dass sie sich einbinden können.“

Auch wenn der AZV sein Abwasserbeseitigungskonzept fast abgearbeitet hat – die Bautätigkeit wird wenig nachlassen. Jetzt sind einige ältere Anlagen zur Erneuerung vorgesehen. Am Dienstag haben die Arbeiten an der Ludwig-Jahn-Straße zwischen Geyersbergstraße und Pestalozzi-Straße begonnen. Der AZV lässt dort einen uralten Abwasserkanal erneuern und die Döbeln-Oschatzer Wasserwirtschaft die Trinkwasserleitung. Weil dafür jede Menge Hausanschlüsse durch den Fußweg neu verlegt werden müssen, nutzt die Stadt Döbeln gleich die Gelegenheit, auch die Fußwege in Schuss zu bringen. Die Stadt hat dafür fast 80 000 Euro außerplanmäßig bereitgestellt.

Einige der geplanten Vorhaben beginnen erst im kommenden Jahr. So ist vorgesehen, in der Ortslage Keuern die schon vorhandenen Kanalrohre und Trinkwasserleitungen zu erneuern. „Wir machen das gemeinsam mit der Stadt Döbeln. Das Vorhaben ist gerade in Planung“, sagte Heidrun Berkoben. Damit der Ortsteil erreichbar bleibt, soll in Abschnitten gebaut werden. Los geht es voraussichtlich auf der Blücher- und der Wiesenstraße. Keuern hängt bereits an der Kläranlage in Masten. Weil es sich um eine Erneuerung handelt, werden die Bewohner nicht finanzielle beteiligt.

Größere Verkehrseinschränkungen wird es bei zwei Vorhaben in Döbeln geben. Im Frühjahr ist der Baubeginn an der Rosa-Luxemburg-Straße von der Bahnhofstraße bis zur Muldenbrücke geplant. Auch dort wird der Kanal neu gebaut. Die Stadt nutzt die Gelegenheit, auch die Straße zu erneuern. In Planung ist auch das Neuverlegen eines Abwasserkanals in die Karl-Liebknecht-Straße in Sörmitz, um den Ortsteil künftig besser vor Überschwemmungen zu schützen. Bisher wird das Abwasser zum Kanal Am Mühlgraben abgeleitet, erklärt Heidrun Berkoben. Dort trifft es senkrecht auf, was bei starken Niederschlägen zu Rückstau führt. Durch die Verlängerung des Kanals in der Karl-Liebknecht-Straße könne das Abflussverhalten verbessert werden.