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Montag, 15.07.2013

Wissenschaftler wollen Hummer in der Nordsee auswildern

Biologen züchten auf Helgoland Hummer. Die Wissenschaftler hoffen, damit die Arterhaltung zu erreichen.

(Symbolfoto)
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© - keine Angabe im huGO-Archivsys

Helgoland. Wissenschaftler wollen in der Nordsee erneut Hummer auswildern. Am 3. August werden sie 415 Jungtiere zu dem Helgoländer Felssockel bringen, wie die Kurverwaltung am Montag mitteilte. Die Biologen hoffen, dass sich mit dem alljährlichen Auswildern aufgezogener Hummer der Bestand erholen wird.

Die jungen Hummer wurden in der Biologischen Anstalt Helgoland (BAH) gezüchtet. Sie sind ungefähr ein Jahr alt und rund vier Zentimeter groß. Wissenschaftliche Untersuchungen hätten gezeigt, dass eine Auswilderung von Tieren dieser Größe gute Überlebens- und Entwicklungsbedingungen im Freiland vorfinden, sagte Hummer-Expertin Isabel Schmalenbach. „Eine Wiederaufstockung der Population im Größenbereich von zehntausenden Exemplaren über mehrere Jahre, könnte dem Bestand helfen, sich wieder zu erholen“, sagte Schmalenbach.

Hintergrund ist, dass der Hummer - das Wappentier Helgolands - selten geworden ist. Noch vor 80 Jahren konnten die Fischer jährlich bis zu 80.000 der bei Feinschmeckern beliebten Krebse fangen. Heute landen pro Saison nur noch zwischen 200 und 300 Exemplaren in den Fangkörben. Einer der Gründe ist nach Einschätzung der BAH der globale Klimawandel. Er verursache einen starken Umbruch im Ökosystem Nordsee.

Unter anderem schlüpfen die Hummer-Larven nach BAH-Angaben bei milden Wintern zu früh. Die Sonne habe dann noch nicht genügend Kraft, das Wasser auf die für die Entwicklung der Larven idealen 16 Grad aufzuheizen. Damit verlängere sich die Schwimmphase der Larven, in der sie vor allem für Fische ein gefundenes Fressen seien. Zusätzlich werde durch niedrige Wassertemperaturen die Häutung verzögert oder ganz verhindert.

Die Wissenschaftler der BAH versuchen seit dem Jahr 2000 den Hummerbestand wieder aufzustocken. Hummerfreunde können für 25 Euro mithelfen und eine „Patenschaft“ für den Krebsnachwuchs übernehmen. (dpa)

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