Dienstag, 15.01.2013

Weniger Menschen sterben an Herzinfarkt

Große regionale Unterschiede gibt es bei den Sterbeziffern: Am höchsten ist die Sterblichkeit demnach in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg.

Berlin. Immer weniger Menschen in Deutschland sterben an einem Herzinfarkt. Dafür steigt die Zahl anderer Herzkrankheiten, wie aus dem am Dienstag in Berlin vorgestellten Herzbericht 2011 hervorgeht. Außerdem wurden große regionale Unterschiede bei den Sterbeziffern festgestellt - am höchsten ist die Sterblichkeit demnach in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. „Die Versorgung für Patienten mit Herzerkrankungen ist in den verschiedenen Regionen nicht gleich gut“, sagte Thomas Meinertz, Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Insgesamt starben 2010 rund 55.540 Menschen an einem Herzinfarkt, 30 Jahre zuvor waren es noch 92.800. Laut dem Bericht ging die Zahl der Herzinfarkttoten zwischen dem Jahr 2000 und 2010 bei den Männern um 15,8 Prozent zurück, bei den Frauen sogar um 18,4 Prozent. Die Patienten profitierten zunehmend vom medizinischen Fortschritt, sagte Georg Ertl, Präsident der Gesellschaft für Kardiologie.

Sehr große regionale Unterschiede

An den regionalen Unterschieden müsse allerdings gearbeitet werden, betonte er. Die Herzinfarkt-Sterblichkeit schwankte 2010 zwischen 53 pro 100.000 Einwohner in Hamburg und 111 in Sachsen-Anhalt. Die Ursachen dafür seien unklar, erklärte die Deutsche Herzstiftung. Wahrscheinliche Ursachen seien eine regionale Unterversorgung, ungünstige sozio-ökonomische Bedingungen und ein damit verbundener geringerer Informationsstand der Bevölkerung oder ein wenig effizientes Notarztsystem.

Dem Rückgang der Zahl der Herzinfarkttoten steht eine Steigerung der Zahl von Herzklappenkrankheiten (plus 12,4 Prozent zwischen 2008 und 2010), Herzrhythmusstörungen (plus 10,5 Prozent) und Herzinsuffizienz (plus 6,2 Prozent) gegenüber.

Rund 100.000 Herzoperationen wurden im Jahr 2011 durchgeführt, etwa ebenso viele wie in den Vorjahren. Gut die Hälfte davon (55.000) waren Bypass-Operationen. Etwa zwei Drittel der herzchirurgischen Patienten seien im Rentenalter gewesen, hieß es. (dapd)

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