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Montag, 29.05.2017

Wellenbrecher und Wolkenfänger

Zwischen Island und Norwegen lässt die „Polarstern“ ein Forscherteam zu Wasser - sie nehmen Proben im eisigen Nordatlantik. Das zeigt unser Spritzwasser-VIDEO.

Fensterputzen für die Forschung: Manuela van Pinxteren und Sebastian Zeppenfeld sammeln Mikroorganismen von der Meersoberfläche - am Horizont schwimmt die „Polarstern“.
Fensterputzen für die Forschung: Manuela van Pinxteren und Sebastian Zeppenfeld sammeln Mikroorganismen von der Meersoberfläche - am Horizont schwimmt die „Polarstern“.

© Stephan Schön

Dresden/Bodo. Das kleine schwarze Gummiboot wippt auf den Wellen. Bleigrau hängt der Himmel über der rauen See. Zwischen Island und Norwegen kämpfen zwei seetüchtige Forscher, ein Reporter und ihr Zodiac-Fahrer um die ersten Wasserproben am Rande des Polarkreises.

Bei Windstärke 5 und rund einem Meter hohen Wellen wagt sich das Schlauchboot hinaus in die eisige See. Knapp einen halben Kilometer von der „Polarstern“ entfernt widmen sich die Wissenschaftler vom Leipziger Leibniz-Institut Tropos ihrer Arbeit.

Dick vermummt in den wasserdichten Überlebensanzügen tauchen Manuela van Pinxteren und Sebastian Zeppenfeld ihre Instrumente ins kalte Wasser: Glasscheiben. Die beiden Forscher wollen wissen, welche biologischen Mikro- und Nanoteilchen die bewegte Oberfläche des Nordatlantiks bevölkern.

Sie fangen diese fürs Auge unsichtbaren Objekte, indem sie die Glasplatte senkrecht ins Wasser tauchen, wieder herausziehen und den hauchdünnen Wasserfilm mit all den Mikro-Teilchen an einem Trichter abstreifen und mit zurück an Bord bringen. Im Labor unterm Mikroskop beginnt dann die eigentliche Arbeit mit der Analyse dieser biologischen Beute.

Passend zu den obligatorischen Rettungswesten trägt das Quartett auch Helme. Die schützen vor dem stählernen Kranhaken, der das zwischen den Wellen hüpfende Zodiac nach erfolgreicher Fahrt wieder an Deck hieven wird.

An diesem Tag interessiert die Forscher ganz besonders, wie viele der winzigen Teile sich auf der Wasseroberfläche befinden. Denn später gelangen sie in die Luft und finden sich in den Wolken wieder, tragen sogar erheblich zu deren Bildung bei. Die Proben sind ein weiterer Beitrag um Wetter und Klima besser zu verstehen. (szo)