Sonntag, 27.01.2013

Verlust der deutschen Sprache in der Wissenschaft beklagt

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Berlin. Politiker, Hochschul- und Kulturinstitutionen beklagen den Verlust der deutschen Sprache in der Wissenschaft. Die Vorsitzende des Kultusausschusses des Bundestages, Monika Grütters (CDU), nannte den zunehmenden Gebrauch des Englischen „ein falsch verstandenes Gleichheitsdenken an der falschen Stelle“. Jede Sprache habe ein kulturelles Gedächtnis, das dürfe man nicht verspielen, sagte Grütters der „Welt am Sonntag“. „Wer die Kosten der Übersetzungen ins Feld führt, der handelt kulturvergessen.“ Ziel müsse die Mehrsprachigkeit sein. „Ich halte es für geboten, dass in Publikationen und an Hochschulen mehr in die Übersetzung von Texten investiert wird“, sagte die CDU-Politikerin.

Auch der Deutsche Kulturrat, die Dachorganisation aller Kulturverbände, plädiert für eine Rückbesinnung auf das Deutsche. „Englisch suggeriert manchmal auch Internationalität. Und kaschiert doch nur einen Etikettenschwindel“, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann der Zeitung. Er fordert einen achtsameren Umgang mit der Sprache: „Mehrsprachigkeit sollte der Anspruch einer Wissenschaft sein, die verantwortlich mit ihrer eigenen Kultur umgeht.“ (dapd)

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

  1. Ist Egal

    Ob Wissenschaftler nun auf deutsch oder englisch schreiben ist doch egal. Frau Grütters, Herr Zimmerman oder 99% der SZ-Leser würden die Texte trotzdem nicht verstehen, dafür verstehen sich die Wissenschaftler untereinander und darauf kommt es an.

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