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Montag, 25.02.2013

Trübster Winter seit mindestens 42 Jahren

Grau in Grau seit Monaten, und keine Sonne in Sicht. Dieser Winter ist nicht nur trüb, sondern er macht viele auch trübsinnig. Gegen den Lichtmangel sollte man sich aufraffen, rauszugehen.

Ein seltener Moment: Die Sonne schaut am 5.Februar in Dresden hinter den Wolken hervor.
Ein seltener Moment: Die Sonne schaut am 5.Februar in Dresden hinter den Wolken hervor.

© dpa

Offenbach. Dieser Winter ist vor allem trüb, und von Frühlingssonne ist immer noch weit und breit nichts zu sehen. Zwar wird es Mitte der Woche etwas milder, und ab Donnerstag bleibt es trocken, aber Wolken, Dunst und Nebel halten sich. Ganz vereinzelt könnte die Sonne sich mal kurz durchkämpfen, sagte Meteorologin Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Montag. «Da, wo es schön ist, sollte man das nutzen, denn es hat Seltenheitswert.» Mehr als einstellige Plusgrade sind tagsüber aber nicht drin, nachts kann es leichten Frost geben.

Keine 100 Stunden Sonnenschein gab es seit Anfang Dezember in Deutschland. Damit steuert dieser Winter, der für die Meteorologen am 28. Februar zu Ende geht, auf einen Rekord zu: Seit mindestens 42 Jahren ist es der trübste Winter in Deutschland.

Und das kann sich auf die Stimmung legen: Lichtmangel verändere das Zusammenspiel körpereigener Hormone, sagte DWD-Medizinmeteorologin Christina Koppe-Schaller. «Über das Auge regelt das Sonnenlicht die Hormon-Produktion.» Nimmt das Auge wenig Licht auf, wird wenig Wach-Hormon Serotonin gebildet, Antriebslosigkeit ist die Folge. Das Schlaf-Hormon Melatonin dagegen braucht Licht, um abgebaut zu werden. Viele Menschen, vor allem in den skandinavischen Ländern, leiden nach den Worten der Expertin unter «Winterdepressionen», sind schlapp und ohne Schwung.

Auch wenn das Wetter wenig Lust auf Spaziergänge mache, sei das ein wirksames Gegenmittel. «Wer auf dem Sofa liegen bleibt, zieht sich noch weiter runter», sagte Koppe-Schaller. Bewegung im Freien, selbst bei bedecktem Himmel, verschaffe genug Licht, um die Serotonin-Produktion anzukurbeln. Künstliches Licht reiche dafür nicht aus. Um den Kreislauf in Schwung zu bringen, rät die Medizinerin zu Wechselduschen und Saunabädern - «aber das sind Rosskuren nur für Gesunde.»

1970 war mit durchschnittlich 104 Sonnenstunden der bisherige Winter-Tiefstwert erreicht - wird er unterschritten, ist der Winter 2012/13 der trübste seit Beginn der flächendeckenden Aufzeichnungen im Jahr 1951. Normal seien 160 Stunden Sonnenschein in den drei Monaten des meteorologischen Winters, sagte DWD-Sprecher Gerhard Lux. (dpa)

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