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Dienstag, 28.11.2006

Meeresmonster biss Haie entzwei

London/Chicago Ein ausgestorbener Panzerfisch aus dem urzeitlichen Ozean konnte mit einem einzigen Biss einen Hai zerteilen. Der zehn Meter lange Dunkleosteus terelli, der vor rund 400 Millionen Jahren die Meere unsicher machte, hatte den kräftigsten Biss, den Forscher bislang bei einem Fisch untersucht haben. Die Beißkraft des Furcht erregenden Jägers war eine der stärksten überhaupt im Tierreich und kann es mit dem Tyrannosaurus rex und großen Alligatoren aufnehmen, wie Forscher um Philip Anderson von der Universität Chicago berichten. Die Erkenntnisse über die Kiefermechanik des Urzeit-Monsters können nach ihrer Meinung auch Details zur Entwicklung des menschlichen Beißapparats erhellen.

Das messerscharfe Gebiss des Panzerfischs konnte mit einer Kraft von mehr als 5000 Newton zuschnappen - das entspricht der Schwerkraft eines 5000 Kilogramm schweren Gewichts, schreiben die Forscher in den „Biology Letters“ der britischen Royal Society. Ungewöhnlicherweise war das Gebiss von Dunkleosteus aber nicht nur kräftig, sondern auch blitzschnell. Das bis zu vier Tonnen schwere Meeresmonster konnte sein riesiges Maul in nur einer fünfzigstel Sekunde aufreißen und mit dem starken Sog, der dabei entstand, auch schnelle Beute zwischen seine Kiefer ziehen. Normalerweise haben Fische entweder ein schnelles oder ein kräftiges Gebiss, aber nicht beides, betonen die Forscher.

„Dunkleosteus konnte alles vertilgen, was er in seiner Umwelt fand“, betont Anderson. Der Panzerfisch verspeiste nach Meinung der Forscher auch andere gepanzerte Tiere wie damalige Gliederfüßer und Ammoniten sowie urzeitliche Haie. Die zu den Knorpelfischen gehörenden Haie entwickelten ähnliche Kiefereigenschaften erst rund 100 Millionen Jahre später, schreiben Anderson und Kollegen. Die Knorpelfische lösten die Panzerfische schließlich ab. (dpa)