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Dienstag, 25.05.2010

Manche Babys schreien so laut wie ein Düsenjet

Forscher finden neue Fakten zu den teils extrem lautstarken Attacken der Jüngsten.

München. Nach neuen Forschungen entspricht die Lautstärke von Babygeschrei jener von Düsenflugzeugen. Das sind rund 120 Dezibel. Zum Vergleich: Ab 85 Dezibel sollte man am Arbeitsplatz einen Gehörschutz tragen. Zudem schreien Babys in der Muttersprache.

Eine Studie der Uniklinik Würzburg belegt, dass Neugeborene beim Schreien Lautmelodien nachahmen, die sie vor der Geburt gehört haben. Mit diesem Verhalten wollen sie vermutlich die Bindung zur Mutter festigen, berichten die Wissenschaftler in der Zeitschrift Eltern.

Babyschreien löst einen Adrenalinstoß aus. In einer Rhesusaffen-Studie waren Affen-Mütter zu einem schreienden Kind 400-mal eher aggressiv als zu einem ruhigen. Gern genutzter Lösungsversuch: das Affenkind an die Brust nehmen. Keine Überraschung für die Forscher, denn das Stresshormon Adrenalin wird am einfachsten mit dem Beruhigungshormon Oxytocin neutralisiert, das die Milchbildung nach sich zieht. Damit ist auch klar, warum stillende Mütter es leichter haben, Geduld aufzubringen.

Jedes fünfte Kind ist ein Schrei-Baby. Als Schrei-Baby gilt ein Kind, wenn es über einen Zeitraum von drei Wochen an drei Tagen in der Woche drei Stunden am Stück schreit. Es gibt Kinder, die schaffen bis zu acht Stunden.

Frauen reagieren sensibler. Kein anderer Laut lässt Frauen – auch kinderlose – so schnell aus dem Schlaf hochschrecken wie Babyweinen. Männer dagegen weckt Babyweinen erst auf Rang 15. (SZ)