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Donnerstag, 14.02.2013

Magnetische Landkarte führt Rotlachse nach Hause

Wenn Lachse zum Laichen an ihre Geburtsorte zurückkehren, wählen sie verschiedene Routen.

Um an ihre Geburtsorte zurückzukehren, begeben sich Rotlachse auf eine lange und strapaziöse Reise. Wie sich die Fische dabei orientieren, haben Forscher jetzt herausgefunden. Foto: Nathan Putman et al./Current Biology/dpa
Um an ihre Geburtsorte zurückzukehren, begeben sich Rotlachse auf eine lange und strapaziöse Reise. Wie sich die Fische dabei orientieren, haben Forscher jetzt herausgefunden. Foto: Nathan Putman et al./Current Biology/dpa

Washington. Rotlachse finden mithilfe einer magnetischen Landkarte in ihre Heimat zurück. Das berichten Biologen aus den USA und Kanada in der Fachzeitschrift „Current Biology“. Die Wissenschaftler hatten die Heimweg-Routen der Fische aus fast 60 Jahren analysiert und diese Daten mit dem magnetischen Feld an verschiedenen Küstengebieten verglichen.

Rotlachse sind besonders wichtig für die Fisch-Industrie. Die Orientierung am Erdmagnetfeld ist bereits von anderen Tierarten bekannt, etwa von Meeresschildkröten. Das Team um Nathan Putman von der amerikanischen Oregon State University untersuchte Rotlachse (Oncorhynchus nerka) aus dem Fraser-Fluss in der kanadischen Provinz British Columbia. Diese Fische schwimmen mitunter bis zum Golf von Alaska, der fast 2000 Kilometer von ihrem Geburtsort entfernt ist.

Wenn die Rotlachse nach zwei Jahren auf See geschlechtsreif sind und zum Laichen zu ihrer Geburtsstätte zurückschwimmen, dann gibt es ein Problem: Vor der Fraser-Flussmündung liegt Vancouver Island, eine Insel, die etwa 450 Kilometer lang und rund 100 Kilometer breit ist. Die Fische müssten Putman zufolge entscheiden: „Benutzen sie für ihren Umweg den nördlichen Zugang durch die Königin-Charlotte-Straße oder den südlichen Zugang durch die Straße von Juan de Fuca?“

Also analysierten die Biologen die Jahresberichte der Pacific Salmon Commission von 1953 bis 2008. So fanden sie heraus, wie viele Rotlachse die Nordroute passiert hatten. Daraus berechneten sie, wie viele Tiere die andere Route nahmen. Außerdem bestimmten die Forscher für die Untersuchungsjahre das magnetische Feld an drei Orten: an der Fraser-Flussmündung sowie an den Stellen, wo die Königin-Charlotte-Straße und die Straße von Juan de Fuca in den Pazifik übergehen.

Das Ergebnis: Je weniger sich die Stärke des Magnetfelds an der Flussmündung von jener an der Königin-Charlotte-Straße unterschied, desto beliebter war der Nordrouten-Umweg. Umgekehrt bevorzugten die Rotlachse die Südroute durch die Straße von Juan de Foca, wenn das Magnetfeld im Süden von Vancouver Island ähnlich stark war wie an der Flussmündung. Die Unterschiede in der Stärke kämen zustande, weil das Erdmagnetfeld nicht konstant ist, sondern sich mit der Zeit ändert. (dpa)

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