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Freitag, 19.12.2014

Kometensonde landet auf dem Spitzenplatz

Am wissenschaftlichen Durchbruch des Jahres 2014 haben Dresdner Forscher maßgeblichen Anteil.

Punktlandung in 500 Millionen Kilometern Entfernung: Philae setzt auf dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko auf – hier in der Computersimulation
Punktlandung in 500 Millionen Kilometern Entfernung: Philae setzt auf dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko auf – hier in der Computersimulation

© Esa/ATG medialab

Eine Premiere im Weltall wird wissenschaftlicher Durchbruch des Jahres: Die Mission der Raumsonde Rosetta mit der ersten Landung eines Mini-Labors auf einem Kometen ist aus Sicht des Fachmagazins Science das wichtigste wissenschaftliche Ereignis des Jahres 2014. Die Top 10 der Erkenntnisse waren demnach:

Die Kometenlandung

Die Daten werfen ein neues Licht auf die Entstehung und Entwicklung solcher Kometen, begründen die Herausgeber ihre Entscheidung. Zudem mache die Mission, die aus Darmstadt und Köln gesteuert wird, weitere Forschung überhaupt erst möglich. Zehn Jahre lang reiste Rosetta zu dem kosmischen Brocken 67P/Tschurjumow-Gerassimenko und setzte dort am 12. November das Mini-Labor Philae ab. Rosetta und Philae haben insgesamt etwa 20 Instrumente an Bord. Das Antennensystem und ein Experiment, um den Kometen komplett zu durchleuchten, wurden von Forschern der TU Dresden entwickelt.

Älteste Höhlenmalereien der Welt

Ein Forscherteam datierte Zeichnungen aus einer Kalksteinhöhle auf der Insel Sulawesi auf ein Alter von etwa 40 000 Jahren. Sie waren damit viermal so alt wie bislang angenommen.

Alphabet des Lebens erweitert

Forscher arbeiteten der DNA eines Bakteriums zu den üblichen vier Basen-Buchstaben zwei weitere ein. Zuvor war so etwas noch nie bei einem Lebewesen gelungen. Die Forscher schufen damit einen halbsynthetischen Organismus.

Hoffnung auf Diabetes-Therapie

Zwei Forschergruppen haben Methoden entwickelt, um Insulin-produzierende Beta-Zellen nachzubilden. Diabetes Typ 1 beruht auf der Zerstörung der Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse.

Jungbrunnen für Mäuse

Blut junger Mäuse kann ältere Artgenossen verjüngen. Ein Forscher-Team verabreichte älteren Mäusen das Protein GDF11 aus dem Blut junger Tiere und beobachtete die Regeneration von Muskeln und Gehirn. Ein anderes Team berichtete, dass Blut oder Plasma junger Mäuse das Gedächtnis älterer stärkt. Jetzt läuft ein Versuch, bei dem Alzheimer-Patienten Plasma junger Spender bekommen.

Dinosaurier-Vogel-Wandlung

Gleich mehrere Forscher verglichen Fossilien mit heute lebenden Vögeln: Sie entdeckten, dass bestimmte Dinosaurier kleine, leichte Körper herausbildeten und sich so zu verschiedenen Vögeln entwickelten – wahrscheinlich, weil sie so leichter Unterschlupf und Futter fanden.

Manipuliertes Gedächtnis

Forscher haben mit einem Laser-Lichtstrahl das Gedächtnis von Mäusen umprogrammiert. Optogenetik nennt sich die Technik, die etwa reale falsche oder schlechte Erinnerungen durch gute zu ersetzen ermöglichte.

Neuromorphe Chips

Sie ahmen das menschliche Gehirn nach – und das wohl mit Erfolg. Computerexperten, etwa vom Technologiekonzern IBM, haben sogenannte neuromorphe Chips entwickelt, die Informationen ähnlich wie das menschliche Gehirn verarbeiten.

Roboter-Zusammenarbeit

Roboter können ohne menschliche Kontrolle zusammenarbeiten. Das haben verschiedene Forschergruppen in mehreren Projekten gezeigt. In einem bauen programmierte Roboter gemeinsam ohne weitere Anleitung von Menschen einfache Strukturen.

Würfel-Satelliten

Die zehn mal zehn Zentimeter messenden Mini-Satelliten werden schon seit rund zehn Jahren in die Atmosphäre geschossen, aber 2014 sind 75 von ihnen gestartet – ein Rekord. Die Cubesats, eigentlich für Studenten konzipiert, hätten in diesem Jahr wertvolle Forschung betrieben. (dpa)

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