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Samstag, 16.02.2013

Evolution brachte Menschen auch Nachteile

Die Evolution hilft zu überleben. Ihr Ergebnis ist nicht immer perfekt, machten Forscher jetzt in Boston klar. Auch der Mensch habe durch seine Entwicklung Nachteile erfahren.

Infolge ihres aufrechten Ganges seien Menschen auch die einzigen Säuger die eine Verkrümmung der Wirbelsäule bekämen, die Skoliose.
Infolge ihres aufrechten Ganges seien Menschen auch die einzigen Säuger die eine Verkrümmung der Wirbelsäule bekämen, die Skoliose.

© AP

Boston. Der zweibeinige Gang, das große Hirn und andere evolutionäre Errungenschaften haben den Menschen zum mächtigsten aller Säugetiere gemacht. Aber die Entwicklung über Jahrmillionen hat uns auch Nachteile beschert, sagten US-Forscher am Freitag in Boston auf dem Kongress des weltgrößten Wissenschaftsverbandes AAAS. So wuchs mit dem Hirn auch der Kopfumfang. «Keine andere (Säugetier-) Art schwebt bei der Geburt des Nachwuchses so in Gefahr wie der Mensch», erklärte die Anthropologin Karen Rosenberg von der Universität Delaware.

Dort, wo sie ihr Kind ohne Hilfe von Ärzten und Hebammen gebären müssen, droht Frauen sehr oft Lebensgefahr. Auch Rückenleiden, leicht verstauchte Knöchel und Fußschmerzen sowie Probleme mit den Weisheitszähne führen die Forscher auf Mängel bei der menschlichen Evolution zurück. «Wir leiden häufiger unter Gelenkentzündungen als Menschenaffen, unsere nächsten Verwandten», sagte Bruce Latimer vom Naturkundemuseum Cleveland. Infolge ihres aufrechten Ganges seien Menschen auch die einzigen Säuger die eine Verkrümmung der Wirbelsäule bekämen, die Skoliose. Selbst das 3,5 Millionen Jahre alte Fossil von «Lucy» von der Art Australopithecus afarensis weise schon Spuren von Skoliose auf.

Mit dem Zuwachs des Hirns von etwa einem Liter in den Anfängen der Gattung Homo auf ein Volumen von bis zu 1,6 Litern bei Menschen von heute veränderte sich auch die Form des Schädels. Mit ihm verbreiterte sich das Gebiss und drängte den als Weisheitszahn bekannten dritten Backenzahn ins Abseits, erläuterte der Anthropologe Alan Mann von der Princeton Universität. (dpa)

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