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Donnerstag, 10.03.2016

Europa ist um eine Schlange reicher

Über die Vielfalt der in Europa weitverbreiteten Ringelnattern sind sich Forscher noch uneins. Bei einer Art herrscht nun aber Klarheit.

Eine Art für sich: die Iberische Ringelnatter.
Eine Art für sich: die Iberische Ringelnatter.

© Senckenberg/Wolfgang Böhme

Dresden. Über die Vielfalt der in Europa weitverbreiteten Ringelnattern sind sich Forscher noch uneins. „Die Spanne reicht je nach Autor von vier bis 14 Unterarten“, sagt Uwe Fritz, Direktor der Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen in Dresden. Zumindest für die Iberische Ringelnatter (Natrix astreptophora) konnten die Dresdner jetzt gemeinsam mit einem internationalen Team zeigen, dass sie keine Unterart der eurasiatischen Ringelnatter, sondern eine eigene Art ist.

Die Wissenschaftler analysierten unter anderem äußere Merkmale, Knochenbau und genetische Muster von mehr als 300 Schlangen aus verschiedenen Sammlungen. „Europas Wirbeltiere gelten als gut erforscht – da ist die Entdeckung einer neuen Art schon etwas ganz Besonderes“, berichtet Doktorandin Carolin Kindler. Natrix astreptophora kommt in der nordafrikanischen Maghreb-Region, auf der Iberischen Halbinsel und im Süden Frankreichs vor.

Sie ist vom Wasser wesentlich unabhängiger als die weiter verbreitete Art Natrix natrix, erklären die Forscher. (SZ)