Donnerstag, 17.01.2013

Europa baut mit an neuem US-Raumschiff

Weiter als je zuvor soll die Raumkapsel „Orion“ Astronauten in den Weltraum hinaustragen.

Von Gerhard Kowalski

Europa liefert das Service-Modul (l.) für die neue Raumkapsel „Orion“ der Nasa. Erster Start soll 2017 sein. Abb.: Esa
Europa liefert das Service-Modul (l.) für die neue Raumkapsel „Orion“ der Nasa. Erster Start soll 2017 sein. Abb.: Esa

Houston. Wenn die Amerikaner 2017 ihr neues bemanntes Raumschiff „Orion“ auf die Jungfernreise schicken, wird es von einem europäischen Triebwerk angetrieben. Es ist das Kernstück des Service Moduls (SM) der europäischen Weltraumorganisation Esa, das gestern gemeinsam mit der US-Raumfahrtbehörde Nasa in Houston (Texas) vorgestellt wurde.

Mit dem Modul, das unmittelbar an der viersitzigen Kommandokapsel angedockt ist und auch Teile des Energieversorgungs-, Steuerungs- und Lebenserhaltungssystems des Shuttle-Nachfolgers beherbergt, liefern die Europäer erstmals ein sogenanntes missionskritisches Element für ein amerikanisches Raumschiff.

„Orion“ biete eine „fantastische Perspektive“, Menschen über den erdnahen Raum hinaus ins All zu befördern, sagte der Esa-Direktor für bemannte Raumfahrt und Betrieb, Thomas Reiter, mit Blick auf die geplanten Flüge zum Mond, zum Mars und zu anderen Himmelskörpern. Sein Nasa-Counterpart Bill Gerstenmaier bezeichnete „Orion“ als das modernste bemannte Raumschiff, das je entwickelt worden sei.

Das Service-Modul basiert auf der bewährten Technik des europäischen Weltraumfrachters ATV, der bei Astrium in Bremen gebaut wird und bisher dreimal die ISS mit Nachschub versorgt hat. Mit dem 450-Millionen-Euro-Projekt bezahlt die Esa in allererster Linie bei den Amerikanern ihre Betriebskosten für die Internationale Raumstation ISS für die Jahre 2017 bis 2020. Derzeit wird das mit den ATV-Missionen abgegolten, die 2015 eingestellt werden. (dapd)

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