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Freitag, 09.05.2014

Erstmals Römerlager in Thüringen ausgegraben

Nach jahrelangen Untersuchungen ist es jetzt Gewissheit: Römische Truppen waren auch auf Thüringer Boden unterwegs.

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Fundstücke der Ausgrabungen zu einem römischen Marschlager bei Hachelbich in Thüringen.
Fundstücke der Ausgrabungen zu einem römischen Marschlager bei Hachelbich in Thüringen.

© dpa

Weimar. Erstmals ist in Thüringen der archäologische Nachweis für den Aufenthalt römischer Truppen in Mitteldeutschland gelungen. Bei dem Dorf Hachelbich im Kyffhäuserkreis sei ein römisches Marschlager aus der Zeit zwischen dem 1. und 3. Jahrhundert nach Christus entdeckt worden, teilte das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie am Freitag in Weimar mit. Die Anlage weise alle Merkmale auf, wie sie im antiken Schrifttum und in bisherigen Beschreibungen von Archäologen dargestellt worden seien. Funde wie Buntmetallgegenstände und eiserne Schuhnägel wiesen ebenfalls auf römische Soldaten hin.

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Neben für die Römerlager typischen Spitzgräben im Süden und Osten der Anlage konnten die Archäologen auch acht Backöfen mit Arbeitsgruben freilegen. Im Nordosten befindet sich den Angaben zufolge eine Eingangskonstruktion. Sollte sich die Anlage im Norden und Westen in ähnlicher Weise fortsetzen, liege ein unregelmäßiges Viereck mit einem umschlossenen Raum von etwa 18 Hektar vor. Feldlager dieser Art seien innerhalb weniger Stunden errichtet worden und hätten den Truppen auf Feldzügen zur Unterbringung gedient, bisweilen seien sie nur für eine Nacht angelegt worden.

Da der genaue Zeitraum der Errichtung des Lagers bei Hachelbich noch nicht bekannt sei, könne das Lager auch keinem eventuell aus antiken Überlieferungen bekannten Feldzügen zugeordnet werden. Die vorgefundenen Hinterlassenschaften römischer Herkunft geben nach Angaben der Wissenschaftler erste Antworten auf Fragen, die die historische und archäologische Forschung seit mehr als 200 Jahren beschäftigen. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. Dr.B.Willing

    Na endlich!Nun können auch die weiteren Lager in den Tagesmärschen bis zur Saale bzw. Elbe wesentlich zielgerichteter gesucht und lokalisiert werden. Sollte es sich um ein Drususlager handeln, gäbe es vielleicht sogar Hinweise auf sein Sterbelager, sein lange gesuchtes Denkmal und, man kann nie wissen, vielleicht sogar auf den wahren Ort der Varusschlacht.

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