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Donnerstag, 24.08.2017

Enttäuschte Schimpansen

Auch Menschenaffen reagieren auf Ungerechtigkeit. Aber sie vergleichen ihre Gewinne nicht mit denen eines Artgenossen.

Schimpansen reagieren enttäuscht, wenn sie von ihren menschlichen Partnern nicht so gut wie sonst behandelt werden.
Schimpansen reagieren enttäuscht, wenn sie von ihren menschlichen Partnern nicht so gut wie sonst behandelt werden.

© dpa

Leipzig. Schimpansen reagieren enttäuscht, wenn sie von ihren menschlichen Partnern nicht immer gleich gut behandelt werden. Das haben Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig in einer Studie zu sozialen Erwartungen bei Schimpansen festgestellt. „Wenn sie vom Menschen eine weniger beliebte Belohnung erhielten, waren die Schimpansen enttäuscht und verweigerten diese häufig“, erklärte der Wissenschaftler Jan Engelmann. Solche Reaktionen kennen Eltern auch von ihren Kindern.

Die Reaktionen der Menschenaffen hätten von aktivem Protest bis hin zu passiveren Protestformen gereicht. So ließen die Schimpansen zum Beispiel das zuvor benutzte Werkzeug auf den Boden fallen oder zogen sich in eine Ecke des Raumes zurück. In einigen Fällen warfen sie das Werkzeug sogar auf den Menschen.

In dem Test mussten Schimpansen Werkzeug benutzen, um an Futter zu gelangen. Während der eine dafür eine attraktive Belohnung erhielt, fiel diese für den anderen karger aus.

Allerdings richtete sich der Frust des Übervorteilten nicht gegen den Schimpansen, der besser wegkam. Die Enttäuschung blieb auch aus, wenn das Futter automatisch von einer Maschine verteilt wurde.

Zu sehen, dass ein Partner für dieselbe Anstrengung das Lieblingsfutter erhielt, hatte den Forschern zufolge keinen Einfluss darauf, wie oft Schimpansen das unbeliebte Futter verweigerten. „Der soziale Vergleich, der einen so wichtigen Aspekt des menschlichen Sinnes für Fairness darstellt, scheint bei Schimpansen demnach keine Rolle zu spielen“, betonte Engelmann. Die Ergebnisse zeigten aber, dass Schimpansen soziale Erwartungen an soziale Partner ausbilden: „Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem Moralempfinden.“ (dpa)

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