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Mittwoch, 16.01.2013

Drei Schiffswracks auf Sandbank aufgetaucht

Das Meer nimmt, das Meer gibt, heißt es. Auf der Sandbank Süderoogsand gibt das Meer nun ungewöhnlich viel preis. Drei Schiffwracks sind aufgetaucht, stumme Zeugen von Katastrophen vergangener Zeiten. Schatzsucher haben aber keine Chance.

Ein Schiffswrack ist auf der Sandbank Süderoogsand (Schleswig-Holstein) im Wattenmeer freigelegt worden. Dort sind derzeit gleich drei Wracks zu sehen, die zuvor mehr oder minder vom Sand verborgen wurden.
Ein Schiffswrack ist auf der Sandbank Süderoogsand (Schleswig-Holstein) im Wattenmeer freigelegt worden. Dort sind derzeit gleich drei Wracks zu sehen, die zuvor mehr oder minder vom Sand verborgen wurden.

© dpa

Husum. Es ist eine Art Auferstehung: Auf der Sandbank Süderoogsand mitten im Wattenmeer sind derzeit gleich drei Schiffswracks sichtbar, die zuvor mehr oder minder im Sand verborgen waren. Wahrscheinlich sei eine Erosion im Bereich der Bake dafür verantwortlich, teilte der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN-SH) in Husum mit. Eine derartige Situation sei seit Jahrzehnten nicht vorgekommen.

Zu den freigelegten Schiffen gehört das Wrack der «Ulpiano», die auf ihrer Jungfernfahrt an Heiligabend 1870 strandete. «Die hat vorher schon rausgeguckt, mehr aber auch nicht», sagte LKN-Sprecher Hendrik Brunckhorst. «Die „Ulpiano“ liegt ziemlich offen da, da konnte man reingucken.» Ganz neu aufgetaucht sei ein Holzwrack etwa aus der Zeit um 1700. Zur Vermessung seien Vertreter des LKN zu der Sandbank gereist. Als erster habe ein Schiffer die Wracks südwestlich von Pellworm im Herbst entdeckt.

Dass sich die Schiffe gerade an der Bake finden, hat laut Bruckhorst einen traurigen Grund: «Wenn die Schiffe in Seenot geraten, wollen sie sich in letzter Not zur Bake retten, dort können sie unterkommen.» Die Bake, die als Seezeichen, Leuchtfeuer und Rettungsbake dient, ist das einzige Bauwerk auf der Sandbank, die laut LKN in diesem Bereich seit 2005 jährlich etwa 40 Meter nach Osten wandert. Insgesamt seien in Nordfriesland etwa 800 Schiffsstrandungen seit 1600 belegt.

Die Lage der drei Wracks wurde nun eingemessen. Archäologe Hans Joachim Kühn schlägt vor, auch Proben zur Altersbestimmung des Holzes zu nehmen. Kühn, der bis zu seiner Pensionierung Dezernent am Landesamt für Vor- und Frühgeschichte mit dem Schwerpunkt Küstenarchäologie war, hält die gegenwärtige Situation für sehr selten. Er glaubt aber nicht an Goldschätze auf der «Ulpiano»: «Das Schiff war für Halligbewohner zugänglich, alles, was von Wert war, wurde wohl von Bord genommen.» Zu sehen gebe es aber dennoch etwas: «Wir haben das Tauwerk gesehen und hölzerne Teile der Takelage.» Die Wracks würden nur kurze Zeit sichtbar sein, glaubt Kühn. Dies hänge aber auch von der Intensität der kommenden Stürme ab. (dpa)

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