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Deutlich mehr Gewitter im Süden Deutschlands

26.09.2017

mehr Gewitter im Süden Deutschlands
Ein Blitz entlädt sich am 26.06.2017 über München - der Voralpenraum gehört zu den Gewitterhochburgen.

© dpa

Karlsruhe. Donnerwetter: Um das oberbayerische Garmisch-Partenkirchen herum gewittert es im Schnitt am häufigsten, in Kiel an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste besonders selten. Dieses Süd-Nord-Gefälle haben Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) anhand von Daten aus den Jahren 2001 bis 2014 errechnet. Hochburgen neben dem Alpenrand und dem Voralpenraum mit bis zu 15 Gewittertagen im Jahr seien das Gebiet zwischen Neckar und Schwäbischer Alb, das Erzgebirge und der Bayerische Wald, schreiben die Experten in der Fachzeitschrift „Natural Hazards and Earth System Sciences“.

Am seltensten seien Gewittertage entlang der Nord- und Ostseeküste, berichtete David Piper vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung des KIT am Dienstag. So habe es im Jahr 2010 in der Region zwischen Hamburg und Bremen vielerorts überhaupt keine Gewitter gegeben. Norddeutschland habe im Durchschnitt zwei Gewittertage pro Jahr. Gezählt werden dabei Tage, an denen auf einer Fläche von 25 Quadratkilometern mindestens fünf Blitze registriert werden.

In Meeresnähe gibt es nach Angaben der Experten weniger Gewitter, weil das Wasser die unteren Luftschichten kühlt und damit stabilisiert. Gebirge dagegen begünstigen Gewitter, weil sie die Luft zum Aufsteigen zwingen. Die deutschen Gewitterhochburgen werden laut der Analyse von der Steiermark in Österreich noch deutlich übertroffen. Dort gab es 34 Gewittertage im Jahr 2009. (dpa)