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Donnerstag, 17.01.2013

Das Eis der Arktis wird immer dünner

Auf der Oberfläche der jungen Meereisdecke kann sich Schmelzwasser besonders weit verteilen.

Die Farbe der Tümpel hängt davon ab, wie dick das verbleibende Eis darunter ist. Tümpel auf dünnem Eis sind eher dunkelblau bis schwarz. Foto: AWI/Stefan Hendricks
Die Farbe der Tümpel hängt davon ab, wie dick das verbleibende Eis darunter ist. Tümpel auf dünnem Eis sind eher dunkelblau bis schwarz. Foto: AWI/Stefan Hendricks

Bremerhaven. Schmelzwassertümpel beschleunigen das Auftauen des arktischen Meereises. Das haben Messungen des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven ergeben. Mit einem Tauchroboter untersuchten die Wissenschaftler erstmals weiträumig die Lichtdurchlässigkeit der Eisdecke. Dabei zeigte sich, dass überall dort, wo sich Schmelzwasser sammelt, mehr Sonnenlicht und damit mehr Wärme ins Eis dringt.

Im zurückliegenden Jahrzehnt ist die Meereisdecke in der Arktis nicht nur geschrumpft, sondern auch dünner geworden. „Dickes, mehrjähriges Eis sucht man mittlerweile fast vergebens. Stattdessen besteht die Eisdecke heutzutage zu mehr als 50 Prozent aus dünnem einjährigen Eis, auf dem sich Schmelzwasser besonders großflächig ausbreitet“, erläutert AWI-Experte Marcel Nicolaus. Ausschlaggebend dafür sei die glattere Oberfläche dieses jungen Eises. So bilde sich ein weites Netz aus vielen Schmelzwassertümpeln. Älteres Eis dagegen besäße eine verformte Oberfläche, die im Lauf der Jahre durch ständige Schollenbewegung entstanden sei, erklärt Nicolaus.

Welchen Einfluss die Tümpel auf die Eisdecke haben, untersuchten er und sein Team bei einer Expedition im Sommer 2011. Der mit einer Kamera und Lichtsensoren ausgestattete Tauchroboter maß an rund 6 000 Stellen unter dem Eis die Lichtverhältnisse. Das Ergebnis: „Das junge dünne Eis mit den vielen Schmelztümpeln lässt nicht nur dreimal mehr Licht passieren als das ältere. Es absorbiert auch doppelt so viel Sonnenstrahlung“, sagt Nicolaus. (dpa)

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