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Samstag, 25.09.2010

Wirt jagt nun das Finanzamt

PLAUEN/HAMMERBRÜCKE - Wochenlang jagte das Finanzamt Plauen den Hammerbrücker Wirt Gerhard Kaltscheuer wegen seiner großen Schnitzel und Beefsteaks. Jetzt dreht der Wirt den Spieß um, jagt das Finanzamt - mit einer geharnischten Dienstaufsichtsbeschwerde.

Kaltscheuers Anwalt Hans-Dieter Gollmar (63) fährt Großkaliber auf: „Der Finanzamtsprüfer hat schwere dienstliche Verfehlungen begangen. Sie berühren teilweise den Tatbestand von Strafgesetzen.“ Fünf Zitate haut der Anwalt dem Prüfer um die Ohren. Dazu liegt der Mopo eine Eidesstattliche Versicherung des Wirtes vor. Das soll der Prüfer gesagt haben:

1.) „Ich habe im Vogtland mehrere Gaststätten vernichtet.“2.) „Die Polizisten sind alle Lügner“ - gemeint sind Beamte, die dem Wirt die Größe seiner Essensportionen bestätigten.3.) „Die Speisekarte haben Sie herbeigezaubert“ - als Gerhard Kaltscheuer seine Speisekarte vorlegte, um seine echten Verkaufspreise zu belegen.4.) „Rechnen Sie mit einer Steuernachzahlung von 30- bis 35000 Euro - wenn Sie das nicht haben, holen Sie sich Hartz IV.“5.) „Wagen Sie es nicht, gegen den Prüfbericht und die Kalkulation Einwände zu erheben.“

Tut er aber. Hans-Dieter Gollmar halbiert die geforderte Steuernachzahlung. Jetzt geht’s mit der Beschwerde um die Wurst - der Gejagte jagt den Jäger. Das Amt äußert sich nicht dazu. (bri)