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Samstag, 27.02.2016

Wird die Sanierung des Blauen Wunders aufgeschoben?

Die Stadt hatte einen klaren Plan für die Instandsetzung der alten Brücke. Dieses hat Rot-Grün-Rot nun deutlich aufgeweicht.

Ein Schwan vor dem Blauen Wunder in Dresden (Symbolfoto).
Ein Schwan vor dem Blauen Wunder in Dresden (Symbolfoto).

© dpa

Dass das Blaue Wunder marode ist, ist unstrittig. Die Verwaltung will die Brücke von 1893 stufenweise instand setzen. Benötigt werden dafür zwischen 34 und 45 Millionen Euro. Bis 2030 wollte die Verwaltung jedes Jahr drei Millionen Euro haben, um die Loschwitzer Brücke rundzuerneuern.

In der Vorlage dazu waren diese Ziele klar formuliert. Doch die rot-grün-rote Mehrheit hat daraus ein Bekenntnis zur Brücke gemacht. Erforderliche Maßnahmen sollen vorbehaltlich der Zustimmung des Rates in den Haushalt eingeordnet und realisiert werden. Statt der Zusage, lückenlos jedes Jahr drei Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, nehme der Rat zur Kenntnis, dass die Sanierung bis zu 45 Millionen Euro kosten könnte. Diese Summe solle abgesichert werden. Für CDU-Stadtrat Gunter Thiele ist damit klar: „Rot-Grün-Rot will das Projekt nach hinten verschieben.“ Die Brücke sei besonders wichtig, deshalb müsse alles getan werden, sie zu erhalten.

„Die Opposition hat keine Themen und sucht etwas, wo nichts ist“, entgegnet Grünen-Stadtrat Johannes Lichdi. „Der Vorwurf ist lächerlich. Niemand muss Angst haben, dass die Brücke zusammenfällt.“ Auch Linke-Stadtrat Tilo Wirtz stellt klar, dass die Brücke zwingend erforderlich sei. „Sonst müsste sie ja gesperrt werden. Und ein Neubau wäre nicht billiger.“

Außerdem beschloss der Stadtrat die Sanierung der Brückenrampe der Augustusbrücke. Dabei gab es Ergänzungen. So hat Thiele die Forderung des Ortsbeirates Neustadt übernommen, auf der östlichen Seite eine Verbindung zum Elberadweg zu schaffen. Allerdings gibt es Bedenken des Denkmalschutzes dagegen. „Der Denkmalschutz muss auch mal zurückstehen, schließlich geht es hier um eine Anbindung an einen der beliebtesten Radwege Deutschlands, mitten in der Stadt“, so Lichdi. Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain sagte zu, diese Zufahrt zu planen. „Aber bitte erst mit der künftigen Bebauung zusammen.“ Dabei geht es auch darum, ob das Narrenhäusl wiedererrichtet wird. Martin Schulte-Wissermann von den Piraten setzte durch, dass die Stadt prüft, auch die ehemalige Blockhausgasse, neben eben dem Gebäude, wieder als Zugang zur Elbe zu schaffen. Ab Montag wird die Treppe an der Augustusbrücke gebaut. Das dauert etwa bis Mitte Juli und kostet rund 519 000 Euro. (SZ/awe)