Schrebitz
Mittwoch, 28.11.2012
Wird Anschluss fürs Abwasser billiger?
Der Ort sollen zentral entsorgt werden. Doch die Grundstücksbesitzer wollen lieber biologische Kleinkläranlagen.
Ortsvorsteher Dirk Petermann hatte es schon vor einem Monat auf den Punkt gebracht: Der Anschluss ans zentrale Abwassernetz kostet so viel wie ein Kleinwagen. Und damit könne sich der Ortschaftsrat nicht einverstanden erklären.
Kosten sind zu hoch
Am Montag gab es deshalb noch mal eine Beratung mit dem Abwasserzweckverband (AZV) Döbeln-Jahna, um Möglichkeiten zur Kostenminimierung auszuloten. „Hans-Jürgen Gemkow, der Geschäftsführer des AZV hat uns die Hoffnung genommen, dass sich an den bisher errechneten Kosten von rund 7300 Euro pro Anschluss etwas ändern wird. Und das ist für die Bürger nicht tragbar“, sagt Petermann. Der zentrale Anschluss sei auf Dauer berechnet der wirtschaftlichste. Deshalb hat ihn der AZV auch im Abwasserbeseitigungskonzept für Schrebitz vorgesehen.
„Ende Januar wollen wir uns noch mal treffen, weil dann die konkreten Planungen vorliegen und die Kosten genau ermittelt werden können“, so Petermann.
Die Schrebitzer, die zahlreich an der Ortschaftsratssitzung teilnahmen, sind mit dem bisherigen Ergebnis nicht einverstanden, schließlich würde sie der dezentral Anschluss der Grundstücke wesentlich billiger kommen.
Kleine Orte sind benachteiligt
„Nun ist der AZV in der Pflicht, gegenüber der Landesregierung Durck zu machen. Den Letzten beißen die Hunde und das sind wir in den kleinen, ländlichen Orten,“ sagt Petermann. Denn während es für die sogenannten Verdichtungsräume (Städte und große Gemeinden) bisher Fördermittel gab, gibt es die für die zentralen Abwasseranschlüsse nun nicht mehr. Das hat wesentlichen Einfluss auf die Kosten, betont der Ortschaftsrat.
Hans-Jürgen Gemkow betonte gegenüber dem DA, dass natürlich auch der dezentrale Anschluss des Ortes über vollbiologische Einzelkläranlagen eine machbare Option sei. „Dann muss der Ortschaftsrat diesen Antrag an die Gemeinde, dieser an den AZV und wir an das Landratsamt stellen. Dort kann die Abweichung vom wirtschaftlichen Entsorgungskonzept genehmigt werden. Ob es dann allerdings die Fördermittel von 1.500 Euro je bilogische Kleinkläranlage gibt, ist fraglich. Denn das Geld soll ja der günstigsten Entsorgungsvariante zugute kommen.“ Damit bezieht sich Hans-Jürgen Gemkow auf die Berechnung, dass durch den Baukostenzuschuss des AZV bereits nach rund zehn Jahren der zentrale Anschluss günstiger und wirtschaftlicher ist als die dezentrale Entsorgung mit vielen vollbiologischen Kleinkläranlagen ist.