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Freitag, 19.05.2017

„Wir haben bis zuletzt gehofft“

Am Sonntag öffnet das Kraftwerk Hirschfelde ein letztes Mal für Besucher. Dieter Birnbaum vom Verein sagt, wie es weitergeht.

Von Elke Schmidt

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Das Technische Denkmal und Museum Kraftwerk Hirschfelde ist der verbliebene aber stattliche Rest des ältesten sächsischen Großkraftwerkes.
Das Technische Denkmal und Museum Kraftwerk Hirschfelde ist der verbliebene aber stattliche Rest des ältesten sächsischen Großkraftwerkes.

© SZ

  • Das Technische Denkmal und Museum Kraftwerk Hirschfelde ist der verbliebene aber stattliche Rest des ältesten sächsischen Großkraftwerkes.
    Das Technische Denkmal und Museum Kraftwerk Hirschfelde ist der verbliebene aber stattliche Rest des ältesten sächsischen Großkraftwerkes.
  • Dieter Birnbaum ist Vorsitzender des Fördervereins Kraftwerk Hirschfelde.
    Dieter Birnbaum ist Vorsitzender des Fördervereins Kraftwerk Hirschfelde.

Hirschfelde. Der Förderverein für das technische Denkmal und Museum Kraftwerk Hirschfelde hat bald keine Aufgabe mehr. Die Besitzerin Lausitz Energie Bergbau AG (Leag) schließt das Haus demnächst endgültig. Was das für den Verein bedeutet und warum es noch nicht ganz das Ende ist, sagt Vorsitzender Dieter Birnbaum.

Herr Birnbaum, warum soll das Museum geschlossen werden?

Die baulichen Mängel waren einfach zu groß. Es konnte niemand mehr für die Sicherheit der Besucher garantieren. Deshalb war die Maschinenhalle schon länger nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Unser Verein hatte bald nach der Gründung die Aufgabe, Fördermittel für den Erhalt und die Sanierung des Gebäudes zu generieren. Das haben wir nicht geschafft. Auch die 2009 gegründete Stiftung war dazu nicht in der Lage. Obwohl viele Förderanträge gestellt wurden, hatte keiner Erfolg. Sie wurden in kein Programm aufgenommen. Offenbar haben der Freistaat Sachsen und der Bund andere Prioritäten. Das ist schade, aber nicht zu ändern.

Was bedeuten die Pläne für den Verein?

Wir haben jetzt zwei Optionen. Entweder der Verein bleibt bestehen. Dann wissen wir weder, welche neuen Aufgaben er übernehmen, noch wo er sein neues Domizil aufschlagen könnte. Der Verein ist so eng an das Gebäude gebunden, dass kein aktives Mitglied sich vorstellen kann, woanders hinzuziehen. Auch wären dann Neuwahlen des Vereinsvorstandes fällig und ich werde definitiv nicht wieder als Vorsitzender kandidieren. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass er nach einer Liquidation aufgelöst wird. Dann haben wir ein Jahr Zeit, um alles Nötige zu erledigen. Ende Mai nächsten Jahres wäre dann endgültig Schluss für den Verein.

Was bleibt noch zu tun?

Neben rechtlich wichtigen Dingen möchten wir möglichst viele der verbliebenen Exponate in gute Hände geben und suchen gemeinsam mit der Stiftung weiter nach Interessenten, wie Vereine oder Museen, die sicherstellen, dass sie weiter öffentlich zu sehen sind. Besonders liegt uns das Denkmal der deutsch-polnischen Zusammenarbeit gleich neben dem Eingang am Herzen. Das möchten wir auf den Markt in Hirschfelde umsetzen. Die Ortschaftsräte stehen unserem Anliegen positiv gegenüber, aber die Stadt Zittau hat sich noch nicht dazu geäußert. Da bleiben wir dran.

Viele Vereinsmitglieder sind ehemalige Kraftwerker. Wie fühlen sie sich?

Schlecht. Wir wissen ja schon länger, dass es so kommen würde, doch das macht es nicht einfacher. Wir haben bis zuletzt gehofft. Eigentlich wollten wir den Abriss nicht noch unterstützen. Aber dann wären die mühsam zusammengetragenen Exponate vermutlich verloren gewesen. Das wollten wir nicht. Deshalb haben wir doch weitergemacht und versucht, für möglichst viele Stücke eine neue Heimat zu finden. Bei vielen ist das gelungen, etliche sind aber noch da.

Was wird nun daraus?

Wenn keine neuen Besitzer gefunden werden, ist die Zukunft sehr fraglich. Das würde uns wehtun. Finden sich Interessenten, helfen wir ihnen beim Abbau. Transport und Wiederaufbau müssten diese selbst übernehmen.

Ist das Museum endgültig geschlossen?

Nein. Am Sonntag können sich Besucher zum letzten Mal in Hirschfelde umsehen. Dann wird auch die Maschinenhalle ausnahmsweise geöffnet sein. Diesen letzten Wunsch hat uns die Leag erfüllt und einen Tag der offenen Tür organisiert.

Tag der offenen Tür Kraftwerk Hirschfelde: Sonntag, 21. Mai von 9 bis 16 Uhr, Straße zum Kraftwerk 3