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Donnerstag, 01.06.2017

Wieder Kunst auf dem Neumarkt – gern auch mit Debatte

Auf der WuKaMenta entstehen Installationen, ein Wunschbüro und auch ein Beichtsofa. Alles unter freiem Himmel und ohne Denkschranken.

Von Juliane Richter

Im Vorjahr sorgte der Verein „Kunst der Lüge“ im Rahmen seiner WuKaMenta vor der Frauenkirche bereits für Aufsehen. Ähnliche Holzinstallationen sollen ab heute wieder auf dem Neumarkt entstehen.
Im Vorjahr sorgte der Verein „Kunst der Lüge“ im Rahmen seiner WuKaMenta vor der Frauenkirche bereits für Aufsehen. Ähnliche Holzinstallationen sollen ab heute wieder auf dem Neumarkt entstehen.

© André Wirsig

Dresden. Der Neumarkt wird wieder bunt. Ab heute machen ihn 33 Künstler zu ihrem Spielfeld. Im Rahmen der WuKaMenta beschäftigen sich die Künstler mit dem Thema „Anders leben, aber wie?“. Wie genau sie das umsetzen, weiß der künstlerische Leiter Reinhard Zabka auch noch nicht. „Die Künstler machen eh, was sie wollen“, sagt Zabka, der auch Chef des Radebeuler Lügenmuseums ist und selbst Installationen aus Holz kreiert.

Auf dem Neumarkt wird er für den Zaun und das Mobiliar sorgen. Klar ist, dass die Künstler die 100 Quadratmeter große Fläche bis zum 15. Juni täglich aufs Neue mit Leben füllen. Sie sollen sich auf den Platz einlassen, spontan Ideen entwickeln, umsetzen, wieder umbauen, mit den Betrachtern diskutieren und interagieren.

Zabka sieht hierin den großen Vorteil der WuKaMenta, des sogenannten Wunderkammernfestivals, das sich nach der Premiere im Vorjahr nun zu etablieren versucht. „Wir sind keine Galerieschau, sondern dynamischer.“ Ihm ist auch bewusst, dass der Neumarkt ein heißes Pflaster ist. Sowohl beim Busse-Monument als auch dem „Denkmal für den permanenten Neuanfang“ hatten Gegner lautstark protestiert. Die beteiligten Künstler der WuKaMenta lassen sich bewusst auf das Risiko ein und hoffen auf einen Diskurs. „Vergangenes Jahr kamen die Leute oft mit verschränkten Armen zu uns. Diese Körperhaltung hat sich aber im Gespräch gelockert“, sagt Zabka. Die Reaktionen fand er größtenteils positiv. Viele Gäste hätten gelobt, dass durch die Kunstaktion samt ausländischer Akteure ein Hauch internationales Flair auf dem Neumarkt Einzug gehalten habe.

In diesem Jahr können die Besucher täglich von 12 bis 19 Uhr Skulpturen und Installationen betrachten und auch ein Wunschbüro oder ein Beichtsofa erleben. Zwei Musiker bieten zudem Tanzstunden an. Jeweils um 16 Uhr findet außerdem ein offenes Kunst-Picknick statt, zu dem sich jeder mit Essen und Interesse gesellen kann. So hoffen die Künstler, dem Neumarkt auch eine neue Bedeutung zu geben. Er solle nicht mehr nur verwaltet werden oder als Platz dienen, über den man lediglich hinwegeilt, sagt Zabka. Start für das Projekt ist heute um 10 Uhr, wenn die Künstler mit dem Aufbau beginnen.

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