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Dienstag, 26.01.2016 Pegida-Montag in Dresden

Wieder brennen Autos

Sowohl der Theater- als auch der Postplatz waren am Montagabend Schauplatz von Kundgebungen. Am Rande der Demos kommt es erneut zu Brandstiftungen. Dennoch bleiben Parkplätze auch künftig unbewacht.

Mehrere Fahrzeuge, überwiegend von Pegida-Anhängern, wurden beschädigt.
Mehrere Fahrzeuge, überwiegend von Pegida-Anhängern, wurden beschädigt.

© Roland Halkasch

Dresden. Erneut ist es am Montagabend am Rande der Demonstrationen von Pegida und der Pegida-Gegner von „Gepida“ im Dresdner Stadtzentrum zu Brandstiftungen gekommen.

Auf einem Parkplatz hinter der Marienbrücke in der Pieschener Allee brannten zehn Autos unterschiedlicher Marken, ein elfter Wagenwurde durch die Hitzeabstrahlung in Mitleidenschaft gezogen. Die Feuerwehr war mit mehreren Löschfahrzeugen vor Ort, um die Brände zu löschen. Für mehrere Fahrzeuge kam jedoch jede Hilfe zu spät. Sie wurden komplett zerstört. Pegida-Sprecher Lutz Bachmann versprach den Betroffenen noch auf der Bühne finanzielle Hilfe.

Brennende Autos am Rande der Pegida-Demo

Chronik: Autobrände während Pegida-Demos

Möglicherweise gehen auch diese erneuten Anschläge auf das Konto gewaltbereiter linker Pegida-Gegner. Erst im Oktober und Dezember war es in Dresden an Montagabenden zu Angriffen auf Autos von Teilnehmern der Pegida-Demonstrationen gekommen. Die Polizei geht von politisch motivierten Brandstiftungen aus. Daher hat nun auch der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen - wie bereits in den drei früheren Fällen.

„Mit diesen Angriffen von mutmaßlichen Pegida-Gegnern zeigt sich aus unserer Sicht die linksextreme Strategie“, sagte Geithner gegenüber der SZ: „Sachbeschädigungen begehen, das Sicherheitsgefühl beeinträchtigen und die Handlungsfähigkeit des Staates in Frage stellen.“ Auch in Zukunft werde die Polizei nicht Parkplätze, wie etwa den an der Marienbrücke, bewachen können. „Es ist nicht unsere Aufgabe“, so Geithner. „Unsere Aufgabe ist es, die Versammlungen abzusichern, nicht Parkplätze zu bewachen.“

Nach Angaben der Studentengruppe „Durchgezählt“ beteiligten sich diesmal 3 000 bis 4 000 Demonstranten an dem Pegida-Aufzug durch die Dresdner Innenstadt sowie 250 bis 350 Menschen an einer Gegendemonstration. Am Postplatz begegneten sich beide Demonstrationszüge in Hör- und Sichtweite.

Martialischer als in früheren Wochen riefen Redner des Pegida-Bündnisses für Sonnabend, 6. Februar, zu einem europaweiten Aktionstag auf. In Dresden findet er 15 Uhr am Königsufer statt. „Wir sind bereit, unseren Beruf, unsere Freiheit, unser Eigentum und sogar unser Leben zu riskieren, wie es Generationen vor uns getan haben“, zitierte Tatjana Festerling aus der so genannten Prager Deklaration der Vertreter diverser Pegida-Ländergruppen. Geraucht hat es auch bei der Demo selbst. Als der Pegida-Marsch am Postplatz ankam, wurde aus den Reihen der etwa 300 Gegendemonstranten ein Nebeltopf gezündet.

Auf der Prager Straße kam es am Abend zu einer Auseinandersetzung zwischen zwischen mehreren Deutschen und Ausländern. Die Polizei stellte sechs deutsche Männer im Alter zwischen 31 und 53 Jahren fest, die an der Auseinandersetzung beteiligt waren. Die beteiligten Ausländer konnten nicht angetroffen werden. Was sich genau ereignet hat, ist Gegenstand weiterer Ermittlungen. Die Polizei hat ein Verfahren wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung eingeleitet. (SZ/kde/lex)