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Wie soll die SZ mit Dynamo umgehen?

Das sind nicht die wahren Fans, sondern Idioten, die nur mit Gewalt Schaden zufügen und somit den Verein in Verruf bringen! Diese Leute muss man doch erfassen, um sie dann zu lebenslang hinter Gittern zu verurteilen. Und sie müssen für ordentliche Arbeit den Schaden plus die Strafgelder für Dynamo begleichen. MfG, Hans-Georg Mildner

22.05.2017

Sehr geehrter Herr Mildner,

Ihr Entsetzen und Ihre Wut über die Dresdner Kriegserklärung von Karlsruhe kann ich sehr gut nachvollziehen. Es ist kaum zu glauben, was sich da abgespielt hat. Alle Leser, die sich in dieser Woche zu diesem Thema geäußert haben, verurteilen die Aktion, schämen sich dafür und verlangen harte Konsequenzen. Tatsächlich alle.

Auch unter Journalisten hat es dazu viele Diskussionen gegeben und die Frage, wie die SZ damit umgehen soll. Drei wichtige Grundsätze bildeten sich dabei heraus. Zunächst ist Augenmaß wichtig. Journalisten dürfen sich nicht von Emotionen treiben lassen. Deshalb gehört „lebenslänglich“ gewiss nicht zu unseren Forderungen. So werden im Rechtsstaat Mörder bestraft, nicht Randalierer. Zudem will es hier niemand Dynamo noch schwerer machen, als sie es ohnehin schon haben. Die Zeitung hat sich dazu verpflichtet, das Beste für die Region zu wollen. Und Dynamo-Fußball, das wiesen die Neuhaus-Kicker gerade dieses Jahr eindrucksvoll nach, kann ganz großartig sein für die Region.

Allerdings gehören jetzt – zweitens – erst einmal alle Fakten auf den Tisch. Deshalb veröffentlichte die Sportredaktion diese Woche viele Hintergrundberichte, die nach und nach Licht in die Sache bringen. Dazu gehört Aufklärung, was in Karlsruhe wirklich geschehen ist, wer die Ultras eigentlich sind, was sie umtreibt und welchen Einfluss sie auf den Klub haben. Schließlich will die SZ zur Debatte beitragen, wie sich Dynamo Dresden aus dieser miesen Lage befreien kann. Gestern hat der frühere Justizminister Mackenroth seinen Beitrag geleistet.

Zu den Grundsätzen gehört aber auch, eine klare Meinung zu vertreten. So fordert die SZ die Bestrafung der Randalierer und erwartet von den Dynamo-Verantwortlichen eine deutlich konsequentere Haltung gegenüber radikalen Fangruppen. Sie sollten sich aus deren Umklammerung befreien. Viele können dabei helfen, auch der DFB.

Nur als erfolgreicher und friedlicher Verein ist Dynamo gut für die Region.

Ihr Olaf Kittel

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