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Mittwoch, 15.11.2017

Wie Schüler spielend leicht lernen

Grundschule und Hort in Demitz haben jetzt ein großes Paket mit Überraschungen bekommen. Und sie können sich noch über etwas anderes freuen.

Von Ingolf Reinsch

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Der Bausatz für ein Modell-Windrad ist eines von 36 Spielen, die das Lernen unterstützen sollen. Oskar Steglich und Klara Kleicke aus der vierten Klasse der Demitzer Grundschule werden sich damit beschäftigen, wenn es im Unterricht um Energie geht.
Der Bausatz für ein Modell-Windrad ist eines von 36 Spielen, die das Lernen unterstützen sollen. Oskar Steglich und Klara Kleicke aus der vierten Klasse der Demitzer Grundschule werden sich damit beschäftigen, wenn es im Unterricht um Energie geht.

© Steffen Unger

  • Der Bausatz für ein Modell-Windrad ist eines von 36 Spielen, die das Lernen unterstützen sollen. Oskar Steglich und Klara Kleicke aus der vierten Klasse der Demitzer Grundschule werden sich damit beschäftigen, wenn es im Unterricht um Energie geht.
    Der Bausatz für ein Modell-Windrad ist eines von 36 Spielen, die das Lernen unterstützen sollen. Oskar Steglich und Klara Kleicke aus der vierten Klasse der Demitzer Grundschule werden sich damit beschäftigen, wenn es im Unterricht um Energie geht.
  • Jamie Suchan, Luise Wiltgrupp und Michael Symmank (von links) zeigen den Pokal und das Schild für den zweiten Sieg in Folge beim Butterberglauf der Grundschulen.
    Jamie Suchan, Luise Wiltgrupp und Michael Symmank (von links) zeigen den Pokal und das Schild für den zweiten Sieg in Folge beim Butterberglauf der Grundschulen.

Demitz-Thumitz. In der Grundschule „Am Klosterberg“ in Demitz-Thumitz steht jetzt ein Windrad. Kinder haben es aufgebaut. Sie zeigten dabei nicht nur Geschick. Sie werden anhand des Modells in den kommenden Wochen auch viel über Windenergie und Strom im Allgemeinen erfahren. In der vierten Klasse ist das Unterrichtsstoff, sagt Schulleiter Bernd Gärtner. Das Interesse der Neun- und Zehnjährigen dürfte geweckt sein.

Jede Schule kann sich bewerben

Das Windrad zum Selbstbauen ist eins von 36 Spielen, die jetzt in der Schule und im Hort eingetroffen sind. Beide Einrichtungen befinden sich im selben Gebäude. Sie werden die Spiele gemeinsam nutzen bzw. sich diese gegenseitig austauschen. Spielen sei dabei kein Selbstzweck, betont der Schulleiter. Vielmehr gehe es darum, spielerisch zu lernen. Für so gut wie jedes Fach und jede Altersgruppe gibt es ein Spiel. Spiele, die zum Beispiel das Lesen und Schreiben fördern oder den Wortschatz im Englischen erweitern. Kinder können auch Türme bauen und so ein Verständnis für Geometrie entwickeln. „Halligalli“ heißt ein Spiel für die Erstklässler. Dabei dreht sich alles um die Zahl Fünf. „Ideal für die Mengenlehre“, sagt der Schulleiter.

Vor allem im Förderbereich der Grundschule sowie in der Hortbetreuung sollen die Spiele angewandt werden. Entwickelt und gesponsert wurden sie vom Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) sowie dem Frankfurter Verein Mehr Zeit für Kinder. Sie riefen im Jahr 2007 die Initiative „Spielen macht Schule“ ins Leben. „Im Spiel können Kinder ihre Motorik schulen und ihren Wortschatz erweitern. Spielerisch üben Kinder soziale Fähigkeiten, wie mit Sieg und Niederlage umzugehen und bestimmte Regeln einzuhalten sind. Sie lernen, sich zu konzentrieren und zuzuhören. Außerdem trainieren Kinder beim Spielen Fantasie, Kreativität, Geduld und Gedächtnis – und das hilft beim Lernen in der Schule“, schreibt ZNL auf seiner Homepage. Für ein solches Präsent kann sich jede Grundschule bzw. jeder Hort bewerben. Die Demitzer reichten dafür ein Konzept ein, das die Jury überzeugte. „Wohl auch mit den Möglichkeiten, die unser Schulhort seit dem Umbau bietet“, vermutet Bernd Gärtner. Im Schulanbau aus DDR-Zeit entstanden im vergangenen Jahr Horträume, die es nicht überall gibt: fürs Experimentieren und Bauen, fürs kreative Arbeiten und für Rollenspiele. Hinzukommen ein Bewegungsraum für aktive Spiele und als Gegenstück eine Ruhe-Oase, wo sich Kinder mit verschiedenen Spielen allein beschäftigen können.

Fast 80 Mädchen und Jungen der Grundschule „Am Klosterberg“ profitieren von den neuen Spielen. Im Hort sind es sogar noch mehr Kinder. Denn außer den Schülern der örtlichen Grundschule werden im Demitzer Hort auch Kinder betreut, die beispielsweise die Schule zur Lernförderung besuchen. – Gespielt werden kann überall. In den Klassenzimmern, auf dem Schulhof und auf der Wiese in den beiden großen Pausen, auf den Gängen und Fluren. Geplant sind Spielpatenschaften, wo Kinder für Spiele verantwortlich sind und diese regelmäßig auf Vollständigkeit und Zustand kontrollieren.

Pokal für den Butterberglauf

Doch nicht nur über die Spiele können sich die Demitzer Kinder freuen. Sie bekamen in diesen Tagen auch zum zweiten Mal in Folge den Pokal für die sportlichste Schule beim Bischofswerdaer Butterberglauf überreicht. 49 Schüler der Klosterbergschule waren bei der Veranstaltung am 21. September am Start – gemessen an der Gesamtschülerzahl die höchste Teilnahme. Für den Lauf im nächsten Jahr haben die Demitzer nun ein ehrgeiziges Ziel: Sie wollen zum dritten Mal in Folge den Pokal erringen. Dann dürfte er für immer an ihrer Schule bleiben. „Sport wird bei uns groß geschrieben“, sagt Bernd Gärtner. So waren die Demitzer beim Regionalausscheid eines Turniers der Staffelspiele in Görlitz die drittbesten aus den Landkreisen Bautzen und Görlitz. Schüler der dritten und vierten Klassen schafften es bei Ballspielwettbewerben ins Kreisfinale.