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Wie eine Poliklinik entstand

Kommenden Donnerstag erscheint die neue Ausgabe der Radeberger Blätter zur Stadtgeschichte. Mit überraschenden Texten.

06.10.2017
Von Jens Fritzsche

Poliklinik entstand
Das einstige Schützenhaus an der Pulsnitzer Straße wurde Mitte der 1960er-Jahre zur Poliklinik.

© Schloss Klippenstein

Radeberg. Sie sind längst eine echte Schatzkiste geworden. Eine Schatzkiste für Fans der Radeberger Stadtgeschichte. Die Hefte der AG Stadtgeschichte, die sich mit der Historie der Bierstadt befassen. Eigentlich waren diese „Radeberger Blätter“ ja „nur“ auf zehn Ausgaben im Vorfeld des Radeberger Stadtrechts-Jubiläums im Jahr 2012 angedacht gewesen, aber wegen der großen Resonanz erscheint nun auch weiterhin ein Heft pro Jahr. Kommenden Donnerstag ist es bereits Heft 15, das im Festsaal von Schloss Klippenstein präsentiert wird. Und auch diesmal haben die Geschichts-Enthusiasten wieder spannende Schätze „ausgegraben“.

Die Historie der fast vergessenen Hut-Produktion in Radeberg zum Beispiel. Hunderte Arbeitsplätze gab es da in der Stadt. Aber auch die Aufarbeitung der Geschichte des Radeberger Brauwesens wird fortgeführt. Diesmal stehen dabei der Bierhandel und die Gastronomie im Mittelpunkt. Und auch in diesem Heft wird es wieder eine besondere Persönlichkeit sein, die gewürdigt wird: Im aktuellen Band ist es der aus Radeberg stammende General-Superintendent von Riga, Johann Gottlob Sonntag. Eine Persönlichkeit, die natürlich ins derzeit laufende Jubiläums-Jahr 500 Jahre Reformation passt.

Besonders überraschend dürfte aber die Geschichte des Schieß- und Schützenhauses an der Pulsnitzer Straße sein, das diesmal in den „Radeberger Blättern“ unter die historische Lupe genommen wird. Bekannt dürfte es vielen Radebergern wohl aus DDR-Tagen noch vor allem als Poliklinik sein; seit der Wende hat hier nun das Betreute Wohnen der Arbeiterwohlfahrt sein Domizil. Die seit 1385 in Radeberg aktive Privilegierte Schützenbruderschaft richtete einst auf dem Areal ihre Schützenfeste aus, bevor das Schießhaus dann zum beliebten Tanzlokal wurde. In den 1960er-Jahren startete dann der erwähnte Umbau zur Poliklinik.

Öffentliche Präsentation der neuen Ausgabe der Radeberger Blätter, am 12. Oktober um 18 Uhr im Saal von Schloss Klippenstein. Das Heft kostet sechs Euro.