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Freitag, 13.10.2017

Wer rettet den Feuerzauber?

Der Gewerbeverein Oberland wird als Veranstalter von der Gema zur Kasse gebeten. Das übersteigt seine Möglichkeiten.

Von Gabriela Lachnit

Für eine Hauptstraße im Lichte des Feuerzaubers in Neugersdorf braucht der Gewerbeverein Oberland das Mitwirken von vielen Sponsoren.
Für eine Hauptstraße im Lichte des Feuerzaubers in Neugersdorf braucht der Gewerbeverein Oberland das Mitwirken von vielen Sponsoren.

© Thomas Eichler

Neugersdorf. Die Vorbereitungen auf den„Feuerzauber“ am 17. November, den Einkaufsabend auf der Hauptstraße in Neugersdorf, waren in vollem Gange, als der Gewerbeverein Oberland Post von der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, besser bekannt als Gema, bekam. Die Gema will viel Geld, weil beim Feuerzauber auch Musik erklingt. Diese Forderungen machten die Mitglieder des Gewerbevereins als Veranstalter des Feuerzaubers sprachlos. Die Gesellschaft will den gesamten abgesperrten Teil der Hauptstraße als Veranstaltungsgelände für ihren Tarif zugrunde legen. Wie hoch die Gebühr genau sein wird, kann der Gewerbeverein noch nicht sagen. Sicher ist jedoch, dass jede vierstellige Summe die finanziellen Möglichkeiten des Vereins bei Weitem übersteigt.

Jetzt war guter Rat teuer. Aber die Gewerbetreibenden wären nicht allesamt Unternehmer, wenn sie nichts unternommen hätten. Es wurde der Gedanke an ein Crowdfunding geboren. Matthias Richter, Kassenwart des Vereins, erklärt: Crowdfunding ist eine Methode der Geldbeschaffung, an der sich viele Menschen beteiligen können. Eine solche Plattform unterhält die Volksbank Löbau-Zittau, unterstützt von der Sächsischen Zeitung. Dabei lassen sich zum Beispiel Projekte wie der Feuerzauber mit Kapital versorgen. In der Regel sind es Internetnutzer, die sich beteiligen, da zum Crowdfunding meist im World Wide Web, also im Internet, aufgerufen wird.

Das hat der Gewerbeverein getan. Etwa 5 000 Euro will der Verein auf diese Weise zusammentragen. Die Volksbank Löbau-Zittau unterstützt das Vorhaben großzügig. Für jede Spende ab zehn Euro legt die Bank noch einmal zehn Euro drauf, getreu dem Motto „Viele schaffen mehr“, wie das Geldinstitut betont. Bis zum 17. November, den Tag des Feuerzaubers, ist nun Zeit, das notwendige Geld zusammenzubekommen. Im Vorstand des Gewerbevereins ist man optimistisch, dass die Gema-Gebühr aus den Spenden beglichen werden kann. Im Verein hofft man nun auf viele Unterstützer, da der Feuerzauber ein besonderer Einkaufsabend ist, den man mittlerweile in Neugersdorf nicht mehr missen möchte. „Er hat ein besonderes Flair“, weiß nicht nur Michael Penter, der Vereinsvorsitzende. „An diesem Abend steht das Erlebnis im Vordergrund. Die Menschen treffen sich, genießen den Schein unzähliger Fackeln und Feuerstellen, probieren die Angebote in Läden und an Ständen, schalten ab vom Alltag und haben einfach jede Menge Spaß.“ Dass dieses schöne Einkaufserlebnis, das die Neugersdorfer Innenstadt belebt, wegen der Gema-Forderungen bald Geschichte sein sollte, das kann sich im Gewerbeverein niemand wirklich vorstellen.

Auch die Händler und Schausteller können das nicht. Sie tragen mit ihrer Teilnahmegebühr zur Finanzierung des Einkaufsabends bei. Ein Gewinn entsteht daraus für den Veranstalter nicht, denn immerhin sind Sicherheitsvorkehrungen, Beschilderungen, Absperrungen, medizinische Versorgung, sanitäre Einrichtungen, Werbung, Genehmigungen und noch vieles mehr zu bezahlen. Holger Penter aus dem Vereinsvorstand betont, dass es von der Stadt Ebersbach-Neugersdorf und den Stadtwerken viel Unterstützung bei der Vorbereitung des Feuerzaubers gibt. Zum ersten Mal wird beispielsweise ein Park genutzt, wo Hütten aufgestellt werden, sodass sich die Besucher des Feuerzaubers auf Neues freuen können. Auch deshalb hofft der Gewerbeverein auf große Unterstützung im Crowdfunding. „Sollte aus dieser Aktion Geld übrig bleiben, ist das der Grundstock für die Finanzierung des Feuerzaubers im nächsten Jahr“, sagt Penter. Er weist darauf hin, dass Spender zwar vorrangig die Einzahlmöglichkeit online nutzen sollen. Wer kein Internet hat, kann sich auch an Optiker Häntsch und Bäder-Penter wenden.

Zum Crowdfunding-Projekt geht es über die Homepage des Gewerbevereins: www.gewerbeverein-oberland.de